Werbe hier
Veröffentlicht in

Jetzt urteilen Schüler über Schüler

Junge Richter am Teen Court in Recklinghausen berufen

FOTO: Laurin

Recklinghausen (sl). Am Donnerstag bekamen in Recklinghausen die ersten Jugendlichen ihre Lizenz zum Richten. Sie erhielten eine spezielle Schulung undsind nun die ersten Richter am „Teen Court“ Recklinghausen, dem Schülergericht der Stadt.

Die Idee der Schülergerichte, der Teen Courts, kommt aus den USA: Eines der Hauptmotive für die Einführung von Teen Courts ist, dass man annimmt, dass Jugendlichen die Meinung Gleichaltriger besonders wichtig sei und durch deren Mitwirkung eine Einsicht gefördert werde. „Den Namen Schülergericht oder Teen Court hören wir nicht so gerne“, erklärt Jürgen Albers von der Polizei Recklinghausen. Offiziell heisst das Schülergericht kriminalpädagogisches Jugendprojekt, denn eine Macht wie richtige Richter haben die Schüler nicht.

Aber ihre Urteile sollten die Jugendlichen Täter trotzdem ernst nehmen, denn wenn sie sich nicht an die Auflagen des Schülergerichtes halten, geht es schnell vor das „richtige“ Gericht. Es sind vor allem die Taten von Ersttätern, die vor das neue Gremium kommen. „Einmal im Monat setzen sich da Jugendrichter, Polizei und Jugendamt zusammen, und wählen die Taten aus, die vor das Schülergericht kommen.“ Das können Sachbeschädigungen sein, aber auch Diebstähle und leichte Körperverletzungen.

„Wichtig ist uns, dass die Zeit zwischen Tat und Strafe nicht so lang und dadurch der Erziehungseffekt größer ist“, so Albers. Und die Jugendlichen Richter verhängen eher ausgefallene Strafen, die nah an der Lebenswirklichkeit der jugendlichen Täter sind: Handy-Verbot, TV-Verbot oder eingeschränkte Disco-Besuche können für so manchen Ersttäter härtere Strafen sein, als bei ein paar Arbeitsstunden den Hof einer Kirchengemeinde zu fegen. Und sollte der Täter die Urteile des Schülergerichtes nicht ernst nehmen, gehts ans richtige Gericht.

Werbe hier