Marl (eib). Das laufende Jahr geht voll in die roten Zahlen, das kommende Jahr sieht auch nicht besser aus: Die Stadt Marl, seit Jahren mit steigendem Optimismus gesegnet, wird auf den harten Boden der Realität zurückgerissen. In diesem Jahr werden 10 Millionen Defizit erwartet (ursprünglich war ein Plus von 254.000 erwartet worden), im kommenden Jahr rechnet die Verwaltung schon jetzt mit einem Minus von 4,4 Millionen (Erwartung Anfang 2008: 13.000 Euro Plus).
Eigentlich sollte das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF) einen schönen Reichtum der Stadt beweisen. Doch jetzt warnt Kämmerer Dr. Michael Gläseker: Die schlechten Zahlen werden sich noch weiter „drastisch“ verschlechtern, weil u.a. die Abschreibungen noch eingestellt werden müssen.
Die Stadt solle sich vorsichtshalber nicht auf einen Haushalt 2009 stützen, sondern gleich eine Investitions-/Dringlichkeitsliste erstellen und beschließen. Die könne auch schon im Dezember 2008 erstellt werden, den Haushaltsplanentwurf wird es dieses Jahr nicht geben. Softwareumstellung, Schulung der Mitarbeiter und Wiedereingliederung des Stadtbetriebes Immobilien in die Kernverwaltung waren nicht zu schaffen.
Der Fehlbedarf wird sich im kommenden Jahr voraussichtlich auf 98,5 Millionen Euro erhöhen. Ein hoffnungsvoller Blick auf die Gewerbesteuer verbietet sich: Die wird in diesem Jahr um 10 Millionen niedriger ausfallen als geplant. Im kommenden Jahr wurden sie schon mal vorsichtshalber um eine Million niedriger angesetzt. Im Gegenzug erhöhen sich die Schlüsselzuweisungen des Landes, da werden im nächsten Jahr 5,2 Mio mehr erwartet als bisher.

