
Vest. Das Suchen von Ostereiern (egal ob „echt“, aus Schokolade oder nur als Hülle für ein Geschenk) gilt als typischer Oster-Brauch bei uns. In der Welt aber gibt es viele Bräuche zum christlichen Fest.
In Polen ist der Regenmantel an Ostern ein wichtiges Kleidungsstück. Nicht etwa, weil es da an den Ostertagen immer regnet. Aber es gibt einem alten Brauch, nach dem sich die Menschen am Ostermontag mit Wasser bespritzen. Heute machen das vor allem die Kinder. Da wird manches Kind von den Geschwistern oft schon mit einem nassen Waschlappen geweckt. Manche übertreiben es auch. Da bekommt man nicht nur ein paar Spritzer aus der Wasserpistole ab, sondern gleich einen Eimer voll ins Gesicht. Früher war das Bespritzen mit Wasser in Polen ein Symbol für eine Art Reinigung zum Frühjahr. Wie ein Frühjahrsputz für den Menschen.
In Frankreich bringt nicht der Osterhase die Eier, sondern die Kirchenglocken. Die fliegen nämlich am Karfreitag nach Rom und kommen erst am Ostersonntagmorgen zurück. Natürlich hat noch niemand sie fliegen sehen. Auf dem Rückflug lassen sie Süßigkeiten fallen. Dann kann auch für die französischen Kinder die Suche nach den Schokoeiern beginnen.
Wenn die Kinder in Deutschland am Ostersonntag nach Eier suchen, dann ist in Ägypten ein ganz normaler Sonntag, auch für die Kopten, wie die Christen dort heißen. Da orthodoxen Kopten nach einem anderen Kalender feiern, ist Ostern erst später. Auch bei der Fastenzeit gibt es Unterschiede. Statt 40 Tage vor Ostern (wie bei uns), sind es in Ägypten 55 Tage. Am Tag nach dem Ostersonntag feiern in Ägypten Christen und Muslime gemeinsam das Fest “Sham el-Nessim“. Da wird der Frühling willkommen geheißen, ein Brauch aus der Zeit der Pharaonen. Es gibt auch bemalte Eier (wie bei uns). Nur die kleinen salzigen Fische, auf die sich Kinder und Erwachsene schon die ganze Fastenzeit freuen, fänden hier viele Kinder sicher komisch.
Wie in Deutschland gehört auch auf den Philippinen der Hase zum Osterfest, genau so wie die Ostereier. Aber es gibt auch einen weltweit einmaligen Brauch: Wenn die Osterglocken läuten, fassen die Eltern ihre kleinen Kinder am Kopf und heben sie hoch. Manche ziehen sie auch kräftig am Ohr. Denn die Eltern hoffen, dass die Kinder dadurch wachsen!
Im Irak gibt es nur noch wenige Christen, die das Osterfest feiern können. Die sogenannten chaldäischen Christen feiern ihre Gottesdienste noch in Aramäisch, der Sprache von Jesus. Die irakischen Christen spielen auch das „Eiertitschen“: Zwei Kinder nehmen je ein hartgekochtes Ei. Dann schlagen sie die Eier gegeneinander. Wessen Ei heil bleibt, hat gewonnen.
Aber das ist ein Brauch, den es auch in Deutschland, Russland, Schweden oder Luxemburg gibt.
Zwei Tipps: Die Schale von jungen Hühnern ist besonders stabil (mehr Proteine in der Eierschale). Und immer genau mit der Spitze des Eies zuschlagen, dann verteilt sich die Kraft symmetrisch in alle Richtungen.

