FOTO: Mengedoht
Marl (rok). Im Januar besuchten wir Ihn das letzte Mal, den 17 jährigen Marc Werner, der seit einem verheerenden Kite-Surf-Unfall im April 2008 aufgrund einer Querschnittlähmung an den Rollstuhlgefesselt ist (das Sonntagsblatt berichtete) und nun einer 24-stündigen Betreuung bedarf. Jetzt haben wir uns nach der aktuellen Situation erkundigt.
Gut gelaunt verlässt Marc den Aufzug, der ihn aus der oberen Etage in das Erdgeschoss bringt. Mit einem Schalthebel an seinem Rollstuhl, den er mit seinem Kinn bewegt, öffnet er eine elektrische Schiebetür, die ihm den Weg auf die Gartenterrasse eröffnet. Hat Marc sich wieder gut zuhause eingelebt. Dies bejaht er lächelnd. „Das ging eigentlich schnell“, sagt Marc gelöst.
Während wir reden, fällt auf, dass sein rechtes Bein ab und zu zuckt. Marc lenkt jedoch ein: „Das ist nicht bewusst. Es liegt einfach daran, dass ich heute noch nicht durchbewegt wurde, ist wie ein Reflex.“ Aber, wirft Mutter Christiane ein, „wir fragen uns auch immer, ob gerade etwas passiert.“
Laut den Chancen, die Marcs Ärzte aus Bochum einräumen, scheint es nicht allzu rosig auszusehen. Vater Albert Werner ist dennoch zuversichtlich: „Beim Messen der Nervenströme ist aber erkennbar, dass noch Signale übermittelt werden.“ Und auch Marc ist sich sicher, dass „eine Querschnittlähmung in fünf bis zehn Jahren heilbar“ sein wird. „Die Zeit arbeitet für uns“, wirft Marcs Vater ein. „Wir setzen unsere Hoffnung in die Stammzellenforschung.“
Auch auf seine berufliche Zukunft ist Marc sehr bedacht. Der 17-Jährige, der in seiner Freizeit gern im Internet pokert oder die Sims tanzen lässt, ist fest entschlossen, sich sein Abitur an der Willy-Brandt-Gesamtschule zu erarbeiten. Bereits im Dezember letzten Jahres besuchte Marc wieder den Unterricht in seiner alten Klasse.
„Alle gehen locker mit der Erkrankung um“, so Marc. „Sogar die Lehrer“, fügt er lächelnd an. Zwar musste er einige Rückschläge, wie Druckstellen am Rücken oder Nieren-und Blasenerkrankungen, aufgrund derer er wieder für Monate ausfiel, erleiden, wird aber noch in diesem Jahr „wieder durchstarten“.
Marc wird die 11. Klasse wiederholen und seine Unterrichtszeit zu zwei Dritteln in der Schule verbringen. Den Rest wird er dann mit Unterstützung seines großen Bruders André zuhause ableisten. Seinen Traumberuf bei der Polizei hat er schon abgehakt. Planlos ist Marc dennoch nicht. „Wahrscheinlich werde ich Jura oder Psychologie studieren.“, erklärt Marc begeistert. „Es soll einfach etwas sein, wo ich viel reden muss.“
An einen gemeinsamen Urlaub ist leider noch immer nicht zu denken“, erklärt Marcs Mutter Christiane. Dazu fehlt uns noch immer ein geeignetes Auto. „Zwar kommen uns die Awo und auch der ASB sehr entgegen“, ergänzt Vater Albert Werner, „dennoch ist das auf lange Sicht keine Lösung. Da wäre ein passendes Fahrzeug schon angebracht. Doch das können wir uns leider in dieser Form nicht leisten.“
Ein solcher Lieferwagen, „ließe sich gebraucht für ca. 12.000 Euro bekommen“, so der Vater weiter, „aber dann müsste er nochmals für ca. 6.000 bis 10.000 Euro umgebaut und mit einer Rampe für den Rollstuhl ausgestattet werden.“ Die Familie ist also auch weiterhin auf Unterstützung und Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.
Marcs Spendenkonto: Nummer 199222400, BLZ:42661008.

