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Dorstener will Bahnhof wieder auf Alt trimmen

FOTO: Mengedoht

Dorsten (eib). Bahnhof bleibt Bahnhof. Der Dorstener Projektentwickler Thomas Fründt (45) will das 130 Jahre alte Gebäude am Rande der Altstadt wieder zum Leben erwecken und als erstes den alten Zustand wieder herstellen. Dann soll hier ein gastronomischer Akzent gesetzt werden, mitten in einer Bahnhofatmosphäre.

Die Verhandlungen mit der Bahn und der Stadt laufen noch, doch zum Monatsende könnte alles in trockenen Tüchern sein, ist Fründt optimistisch Bereits im nächsten Frühjahr soll die Gastronomie stehen.

Was den bisherigen Interessenten für das Bahnhofs-Gebäude ein Dorn im Auge war, ist für den Projektentwickler eine kleine Pointe: Die Bahngleise auf der Westseite. Bislang galten sie als störende Trennung in Richtung Altstadt, die unbedingt weg müssen. Fründt nimmt sie als Teil seines Bahnhof-Konzeptes. Vier bis fünf Meter längs des Bahnhofsgebäudes sollen Teil der Gastronomie werden.

Doch bevor es so weit ist müssen erst einmal eine Reihe von Fragen geklärt werden: Die Stadt soll den Bahnhof zu dem Preis weitergeben, den sie selber bezahlt hat. Dann werden weitere Flächen rundum von der Bahn gebraucht. Die im Gebäude vorhandene Bahnhofstechnik muss abgebaut und durch moderne Elektronik (aber nur noch ganz klein) ersetzt werden.

Dann will Thomas Fründt das Gebäude vom Putz und Efeu freilegen und in den Originalzustand versetzen, dunkler Feldbrandklinker wird zu sehen sein. Als äußeren Vergleich bietet er den renovierten Bahnhof von Reken an.

Schließlich geht es an die Gastronomie: Der Haupteingang führt in eine 500 qm große Bahnhofshalle, die sich auch für vielerlei Feste eignet. Dazu kommt Außengastronomie auf der Bahnsteigseite und auf dem Vorplatz. Und dann soll der hintere Schuppen zu einem Wintergarten hergerichtet werden: Das Dach wird dafür entfernt, die Mauern bleiben stehen. Das Gebäude stand schon mal vor dem Abriss, weil es sich gesetzt hatte – vielleicht eine Folge aus dem Bau des Fußgängertunnels.

In den oberen Räumen sollen Büros entstehen. Er könne sich vorstellen, mit seinem Büro ins Dachgeschoss zu ziehen, wo immerhin 170 qm zur Verfügung stehen.

Was das alles kostet, dazu will sich Fründt nicht äußern. Es hänge auch damit zusammen, wer genau der Betreiber sein wird. Sein „Lieblingskandidat“ hat Erfahrungen und betreibt bereits erfolgreich Gastronomie.

Er selber ist ebenfalls erfolgreich. Nach dem Fachabitur in Dorsten studierte der gebürtige Gelsenkirchener Architektur, arbeitete als Projektentwickler (unter anderem an der Kö-Gallerie und am Rhein-Ruhr-Zentrum), legte sich das ehemalige Möbelhaus Kazmierzak in Gelsenkirchen zu (und baute es für Einzelhandel. Lofts und Büros um) sowie den Wasserturm am ehemaligen Schlachthof in Gelsenkirchen.

Welche Gastronomie kann schon von sich behaupten, dass jeder Zug unmittelbar vor der Tür anhält. Auch das wird eine der Besonderheiten dieser neuen Bahnhofs-Gastronomie sein.

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