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Mobilität ist ein Muss beim „Sofa“

In der Serie „Was ist Dein Job?“ besucht Sonntagsblatt-Mitarbeiter Stefan Gewecke Sie in und um Haltern an Ihrem Arbeitsplatz. Lernen Sie mit ihm die Jobs und die Menschen, die dahinter stehen, kennen.

Als Alternative hätte er sich auch Erzieher vorstellen können. „Auf jeden Fall sollte es was mit Menschen sein,“ sagt Jörg Groeters, Bezirksgeschäftsführer der Barmer in Haltern. Seine Karriere begann er 1981 mit der Ausbildung zum „Sofa“, dem Sozialversicherungsfachangestellten mit Schwerpunkt allgemeine Krankenversicherungen. Da war er gerade 16 Jahre alt. Der Vater war auch in der Versicherungsbranche.

Die handwerklichen Fähigkeiten ließen bis auf den Hausbau auf sich warten, es lag daher nahe, einen kaufmännischen Berufsweg einzuschlagen. Erst nach der 40. Bewerbung klappte es dann mit der Ausbildungsstelle im Geburtsort bei der Barmer in Duisburg-Rheinhausen. „Die Ausbildung war trocken, man musste eben viel büffeln“ erinnert sich Groeters. Dem MSV Duisburg ist er bis heute treu geblieben.

1987 vernahm Groeters mehr und mehr den Ruf der weiten Welt. Von 1987 bis 1990 war er deshalb bundesweit als Springer unterwegs. „Diese Jahre waren mit die Interessantesten in meinem Berufsleben, und die möchte ich auf keinen Fall missen. Ich habe unterschiedliche Arbeitstechniken und Vorgesetzte erlebt, und konnte so einen eigenen Arbeitsstil entwickeln.“

1991 wurde dann ein stellvertretender Geschäftsstellenleiter für die Filiale in Haltern gesucht. Die Springer-Zeit endete, es wurde Zeit, Wurzeln zu schlagen. 2002 kam die Beförderung zum Bezirksgeschäftsführer.

Eine wichtige Leitlinie und Bedingung an die Arbeit war für Groeters immer „die Möglichkeit Menschen helfen zu können – das gehört in dem Beruf einfach zum Alltag.“ Die Hauptaufgabe besteht darin, den Kundenstamm zu erhalten und auszubauen. Der Kontakt zu den Betrieben als Ansprechpartner in Sozialversicherungsangelegenheiten wird aufrecht erhalten, Mitbewerber müssen beobachtet werden, und aktuelle Gesetzesänderungen müssen umgesetzt werden.

„Mir macht meine Arbeit wirklich Spaß. Ich kann meine Arbeitszeit relativ frei einteilen, wobei ich natürlich versuche, während der Hauptöffnungszeiten im Büro zu sein. Aber manchmal stehen auch noch am Abend Termine an, da kann ein Arbeitstag auch mal bis 22 Uhr gehen. Jeden Tag warten neue Herausforderungen auf mich, kein Tag ist wie der andere, ich kann mich entfalten und auch persönlich weiterentwickeln.“

Die schönsten Momente seien die, „in denen ich merke, dass ich einem Menschen wirklich geholfen habe. Einer älteren Dame den Rollator besorgt, oder einem erkrankten Patienten die Behandlung im Krankenhaus, die er benötigt. Nicht so schön sind die Momente, in denen uns ein Kunde verlässt, den wir schon lange kannten, oder wo wir nichts ausrichten konnten.“

Für den körperlichen Ausgleich fährt Groeters leidenschaftlich gerne mit dem Rad. Jeden Morgen legt er die Strecke zwischen Hullern und Haltern mit dem Fahrrad zurück, und am Abend wieder retour.

Auch Jugendlichen, die sich Gedanken über ihren Lebensweg machen, kann Groeters den Beruf des Sozialversicherungsfachangestellten nur ans Herz legen. Im Kreis Recklinghausen werden zurzeit 15 Menschen ausgebildet. Mindestvoraussetzung ist heute allerdings das Abitur, am besten mit guten Noten in Deutsch und Mathe. Ein angestrebtes Volks-oder Betriebswirtschaftsstudium werde gerne gesehen, Mobilität wird erwartet.

Diesen hohen Einstiegsforderungen stehen gute Karriereaussichten gegenüber. Die Barmer beschäftigt bundesweit in 1.420 Bezirksstellen immerhin 15.000 Mitarbeiter. Ein beliebter Einstiegsjob ist der Jugendberater. Sie kümmern sich um die Schulabgänger, die in die Ausbildung oder ins Studium wechseln. „Und der weiteren Karriere steht dann nichts im Weg.“

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