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Marc Werner: Heimkehr ins eigene Leben

FOTO: Mengedoht

Marl (om). „Super!“ Marc Werner ist begeistert. Mit so einem Empfang hatte er nicht gerechnet. Seine Eltern Albert und Christina Werner hatten zur Entlassung aus der Klinik eine Überraschungs-Willkommensparty ausgerichtet, an der Dutzende Freunde aus Schule und vom Handballverein, Nachbarn und Verwandte teilnahmen. Seit April steckte Marc in der Klinik, nachdem er sich beim Kite-Surfen in Holland schwere Verletzungen zugezogen hatte, darunter einen Wirbelbruch, der für eine Querschnittslähmung sorgte. Auch die drei Ersthelfer, die Marc nach seinem Unfall entdeckt hatten, waren gekommen.

„Wir sind 3,5 Stunden gefahren“, erklärten lachend Bianca und Maeritte de Looff, deren Eltern das Strandhaus gehört, gegen das Marc mit seinem Drachen gekracht war. „Wir haben nur sein Genick stabilisiert und ihn mit Decken gegen Sand und Wind geschützt“, berichten sie und umarmen Marc zur Begrüßung. Patrick Knippertz aus Velbert, selbst als Kite-Surfer vor Ort, hatte nur Puls und Atmung geprüft, „denn es war erkennbar, dass vor allem sein Kopf nicht bewegt werden durfte“. Patrick ist selber Rettungssanitäter gewesen. „Das geht mir schon super nahe mit Marc, auch meine eigenen Sicherheitsansprüche haben sich dadurch geändert. Und vielleicht kann ich als Produktdesigner einmal dazu beitragen, dass die Geräte besser werden.“

Seit dem ist ein halbes Jahr vergangen, eine beispiellose Spendenwelle sorgte dafür, dass Werners ihr Haus für Marc umbauen konnten, allein der nötige Aufzug hat rund 25.000 Euro gekostet, dazu kamen Türdurchbrüche, Ruheraum für die rund um die Uhr anwesende Pflegerin und Schiebetüren. „Es ist fast alles gerade so fertig geworden“, freut sich Christina Werner.

Jetzt hofft sie, werde ihr Mann Albert etwas mehr Ruhe bekommen, die der Polizist dringend benötige. „Ich bin ja sozusagen Marcs Manager geworden“, erzählt der lachend. „Unglaublich, an was man alles denken und mit wie vielen Behörden man verhandeln muss.“ Über die Spenden – bisher um die 50.000 Euro – habe er aber noch den Überblick, „da oben stehen fünf Ordner, ich kann jeden einzelnen Cent belegen“.

Marc schaut sich um in seinem Rollstuhl, den er mit Kinnbewegungen dirigieren kann, lässt sich mit Grillwurst und Cola bedienen. Seine Freundin Anika begrüßt ihn mit einem Kuss, wie sie kommen viele erst nach der Schule oder Arbeit zur Party. Anika ist froh, nicht mehr dauernd nach Bochum ins Krankenhaus pendeln zu müssen, wie auch Familie Werner mit Marcs Bruder Andre (18) und Schwester Celina (8). „Endlich nicht mehr dieser Krankenhausgeruch.“

Und am Montag, pünktlich um 7.30 Uhr, wird Marc wieder zur Schule gehen. Fast, als ob nichts gewesen wäre. Der 16-Jährige will unbedingt sein Abitur machen. Von seiner Willensstärke, dass er sich nicht aufgibt, sind alle tief beeindruckt.

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