Marl (eib). Die 240 Familien von Wohnen-West am City-See fühlen sich von der Verwaltung hintergangen: Sie seien nicht richtig informiert worden und hätten ihren Widerstand gegen die Aufgabe des kleinen Sees nur deshalb aufgegeben.
Wie MARL AKTUELL berichtete, soll es nun mit der Umgestaltung des City-Sees losgehen – zunächst im südlichen und östlichen Teil. Die Bewohner von Wohnen-West hatten darauf gedrängt, dass der kleine See erhalten bleibt, weil er die Wohnumfeld-Qualität erheblich erhöhe. Die Stadt will die Einebnung, weil der See sonst grundrenoviert werden müsste und Folgekosten verursachen würde.
Die Stadt hatte argumentiert, wenn man von ihren Plänen abweichen wolle, dann wäre ein neuer Förder-Antrag nötig und die Maßnahme könnte 2008 nicht mehr begonnen werden.
Das sei so nicht richtig, erklärt Heinrich Weigel, Bewohner der Eigentumsanlage. Man habe inzwischen das Bewilligungsschreiben der Landesregierung gelesen. Dort stehe ausdrücklich, dass die Förderziele „auf die Akzeptanz der Bürgerschaft angelegt“ seien. Dieses habe die Verwaltung verschwiegen – denn diese Akzeptanz gebe es ja gerade nicht.
Unter den Anliegern nährt sich nun der Verdacht, dass die Umwandlung der Fläche und die Beseitigung des Spielplatzes die ersten Schritte seien, um zu einem späteren Zeitpunkt über eine Änderung des Bebauungsplanes aus dieser Fläche ein Baugrundstück zu machen. Dieses sei sogar eine Planungsvorgabe für das Grünflächenamt. Weigel: „Das würde bedeuten, dass die Immobilie Wohnen-West an Wohnwert durch gezielte Vernichtung des Wohnumfeldes erblich verliert und in ein Milieu abfällt, was wir verhindern wollen.“
Angeblich haben sich sogar schon Interessenten auf der Fläche umgesehen.

