Dorsten. Besorgt über den Zeitplan beim EU-Projekt „Jugend in Aktion“ zeigt sich die Junge Union (JU). „Wir haben die Befürchtung, dass der Zeitplan wegen des Scheiterns des Jugendparlamentes in Newtownabbey aus den Fugen gerät“, erklärt JU-Stadtverbandsvorsitzender Christian Heddier. Ziel des gemeinsamen Projektes mit den Partnerstädten Rybnik (Polen) und Newtownabbey (England) ist es, sich über Fragen der politischen Beteiligung von Jugendlichen auszutauschen und ein Jugendbeteiligungskonzept für Dorsten zu entwickeln.
„Nach dem Ende des Jugendparlamentes muss die Verwaltung klären, ob es ihren nordirischen Kollegen in der Kürze der Zeit gelingt, eine Struktur aufzubauen, die einen sinnvollen Austausch ermöglicht“, ist Heddier überzeugt. Dies könne insbesondere deshalb problematisch werden, da die Schule in Nordirland erst wieder im September beginnt und die erste Konferenz in Newtonabbey bereits für Anfang Oktober terminiert ist.
Nach nordirischen Zeitungsberichten wird das Jugendparlament zum Ende des Sommers auslaufen. Insbesondere kranke das Projekt an mangelnder Beteiligung der Jugendlichen. Von den ursprünglich 25 Mitgliedern sind nach Angaben der „Newtownabbey Times“ lediglich acht Aktive verblieben. Das Jugendparlament habe „nicht substantiell die ursprünglichen Zielsetzungen und die erwarteten Ergebnisse erreicht“, heiße es in einem Bericht an den Entwicklungsausschuss der nordirischen Partnerstadt. Als Konsequenz fordert der Bericht, das Projekt einzustellen und alternative Formen zu entwickeln, bei denen ein unmittelbarer Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen besteht.
„Die Einstellung des Jugendparlamentes sollte als wertvolle Erkenntnis in die Diskussion einfließen, darf aber nicht dazu führen, dass die Suche nach einem für Dorsten geeigneten Beteiligungskonzept verzögert wird“, erklärt Johannes Götte, der das Projekt für die JU begleitet.
Reine Panikmache
Die Jungsozialisten Dorstens halten das für „reine Panikmache, die dazu dienen soll, die eigenen Positionen in den Vordergrund zu stellen“, so Juso-Chef Julian Fragemann und Vize-Bürgermeisterin Susanna Simmerl. „Bei einem Treffen im vergangenen Monat im Rathaus zwischen den politischen Prozessbegleitern sowie Vertretern des Jugendamtes und Bürgermeister Lütkenhorst war auch vereinbart worden, dass man den politischen Zwist um die beste politische Beteiligungsform für Jugendliche zugunsten des Projekts in den Hintergrund stellt“. Die JU verlasse „nach alter Manier den gemeinsam verabredeten Weg und sucht eine Profilierung in der Öffentlichkeit“, kritisiert die Vize-Bürgermeisterin und Prozessbegleiterin für die SPD-Fraktion, Susanna Simmerl.
Juso-Vorsitzender Julian Fragemann, ebenfalls Prozessbegleiter für die SPD-Fraktion, hat sich mit dem Bürgermeisterbüro in Verbindung gesetzt, um sich über die aktuellen Geschehnisse zu erkundigen. „Herr Götte und die JU haben offensichtlich unsauber recherchiert“, stellt Fragemann fest, der in Erfahrung gebracht hat, „dass das Jugenparlament in Newtownabbey nicht aufgrund mangelnder Jugendbeteiligung gescheitert ist. Dies ist ein Wunschtraum der Jungen Union.“
Laut dem Bürgermeisterbüro sei die bisher für das Parlament in Newtownabbey zuständige Verwaltungsmitarbeiterin dort entlassen worden und das Parlament bestehe weiter. Lediglich aufgrund organisatorischer Umstrukturierung im Rathaus stehe zur Zeit kein Betreuer zur Verfügung. „Es ist mir von Seiten der Verwaltung versichert worden, dass unser Projekt hierdurch in keinem Falle gefährdet sei“, stellt der Juso-Chef klar.

