Vest (sl). 360 Städte und 560 Fußgängerzonen untersucht die Essener Immobilienberatung Brockhoff & Partner jährlich. In welchem Haus haben sich was für Geschäfte angesiedelt? Wie hoch sind die Mieten? Wie sieht es mit der Kaufkraft aus? Trotz dieser Datenfülle fallen Städte wie Marl, Waltrop und Oer-Erkenschwick durch das Raster des Marktführers bei der Vermittlung von Einzelhandelsimmobilien – sie haben entweder wie Marl gar keine richtige Innenstadt oder aber sind so klein, dass sie bundesweit kaum eine Rolle spielen.
Doch immerhin: Recklinghausen, Herten und Dorsten haben es in das jährlich von Brockhoff & Partner herausgegebene Buch „Top-Shops Recklinghausen“ geschafft – und von diesen deri Städten sind die Quadratmeterpreise für ein Ladenlokal in der City von bis zu 58 Euro in Recklinghausen am höchsten, gefolgt von Dorsten (36 Euro) und Herten (26 Euro).
Die Höhe des Mietpreises zeigt die Attraktivität einer Innenstadt: Je höher die Miete, desto angesagter die Lage. Das entspricht nicht ganz der Kaufkraftkennziffer – die besagt, wie viel der Kaufkraft einer Stadt in ihr auch ausgegeben wird. Liegt sie über 100 Prozent, zieht die Stadt auch Besucher von außen an, liegt sie unter 100 Prozent, kaufen viele der eigenen Bürger lieber in anderen Städten.
Dorsten hat eine Kaufkraftkennziffer von 105,5, Recklinghausen von 101,8 und Herten von 98,1. Zahlen, die im Mittelmaß liegen und sich von denen der Top-Standorte deutlich unterscheiden. Etwa in den Quadratmeterpreisen: Schon im nahen Dortmund, der Einkaufsstadt im Ruhrgebiet, muss in Toplagen bis zu 185 Euro im Monat gezahlt werden. Ein moderater Preis im Vergleich zu München: 275 Euro kostet da ein Quadtratmeter an der Fußgängerzone.

