
Herten (om). Spätestens als Lisa Eissing das melancholische Stück „I know where I«ve been“ anstimmt, gibt es kein Halten mehr. „Wahnsinn!“, flüstert nicht nur Bürgermeister Dr. Uli Paetzel. Das erst 14-jährige Ausnahmetalent mit der unverwechselbaren Soulstimme erntet Standing Ovations und – gemeinsam mit der Musicalgruppe der Erich-Klausener-Schule – den ersten Hertener Kinder-und Jugendkulturpreis.
Doch auch die anderen Preisträger begeistern das Publikum: Die Maniac Robofreaks des Städtischen Gymnasiums (besser bekannt als „Lego-AG“) , die sich mit ihren Lego Robotern auf hochkarätigen internationalen Wettbewerben einen Namen gemacht haben und sich weit über die Schulzeit hinaus engagieren. Die Improvisationstheatergruppe „Das Toupet“ der Städtischen Realschule, die sich nicht mit ihren gekonnten und humorvollen, bisweilen ganz spontan entwickelten Inszenierungen in die Herzen der Zuschauer spielt.
Ebenso überzeugten die Projektgruppe der Rosa-Parks-Gesamtschule, die im Rahmen des Kochbuchs „Ali und Alicia – Liebe geht durch den Magen“ die Themenfelder gesunde Ernährung und Integration so liebenswürdig kombiniert, und die Messdiener der St.-Antonius-Gemeinde, die beim jährlichen „Rock-am-Berg“-Festival behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammenbringen und so gegenseitige Berührungsängste abbauen.
Und nicht zuletzt Brigitte Bischoff-Doll, die seit über 30 Jahren „ihr Baby“ hegt und pflegt: Die Theatergruppe „Bridges“ des Städtischen Gymnasiums studiert unter ihrer Leitung auch englischsprachige Stücke ein und tritt damit in verschiedenen Ländern auf . Das Ziel: Brücken („Bridges“) zwischen den Völkern bauen.
„Ich bin stolz auf die Jugendlichen, die sich so vielfältig engagieren“, betonte Bürgermeister Dr. Uli Paetzel in seiner Begrüßungsrede. „Bildung hat in Herten oberste Priorität und wird als lebensbegleitender Entwicklungsprozess betrachtet. In den jungen Menschen steckt so viel Potenzial – das wollen wir fördern.“
Dabei hatte die Jury zunächst die Qual der Wahl: „Es sind über 40 tolle Bewerbungen bei uns eingegangen und es fiel schwer, sich für nur fünf Kandidaten plus Sonderpreis zu entscheiden“, berichteten die Jurymitglieder nach ihrer letzten Sitzung. „Da bleiben kontroverse Diskussionen und auch so manche Enttäuschung nicht aus.“
Doch für alle, die in diesem Jahr leider leer ausgegangen sind oder denen bislang der Mut zu einer Bewerbung gefehlt hat, gibt es gute Neuigkeiten: Organisatorin Sabine Weißenberg vom städtischen Kulturbüro verrät: „Es wird schon im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben – und natürlich hoffen wir auch da wieder auf viele bunt gemischte Bewerbungen!“

