Dorsten (om). Die Bürger-Initiative zum Schutz vor Bergbau-und Umweltschäden in Altendorf-Ulfkotte (Bisbu) ist zwar froh über Erreichtes – vorgezogene Schließung des Bergwerks Lippe um ein Jahr, Bauhöhe 333 wird nicht abgebaut und 275 verkürzt –, aber nicht zufrieden: „Auch der verkürzte Abbau der Bauhöhe 275 wird auf den gesamten Dorfbereich von Altendorf-Ulfkotte einwirken und zu weiteren unkalkulierbaren Schäden führen“, kündigt die Bisbu in einem Schreiben an ihre Mitglieder an. „Bergbauinduzierte Erdbeben können somit ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.“
Die Bauhöhe 273 (Friedhof), die die immensen „unerwarteten“ Schäden der letzten Monate auslöste, lag demnach sogar noch weiter von der Wohnbebauung entfernt als die jetzt verkürzte Bauhöhe 275. Zudem bleibe ungeklärt, ob die vorhandenen Unstetigkeiten durch die Bauhöhe 275 erneut aktiviert und damit die bisherigen Sanierungsmaßnahmen ad absurdum geführt werden. „Wir hoffen, dass die harmlosen Prognosen der Berufsoptimisten der RAG sich diesmal als zutreffend erweisen. Doch unsere Furcht sitzt tief.“
Da sicheren Schutz vor erneuten schwersten Ereignissen nur eine weitere Verkürzung der Bauhöhe 275 bieten könnte, hat die Bisbu Experten beauftragt, eine neutrale Schadensprognose zu erstellen. „Mit den Ergebnissen werden wir auf politischem Weg die weitere Verkürzung forcieren.“ Aktuellle Ziele sind desweiteren die Einrichtung einer Bergschaden-Schiedsstelle für alle Geschädigten, Lösungen zum Grundwasserproblem mit dem Lippeverband erarbeiten, Erdbach im Dorfbereich als Fließgewässer erhalten, Reduzierung bergbaubedingter Umweltschäden und Keine Kosten für die Bürger durch die anstehende Kanalsanierung.
„Lassen Sie sich durch die vorzeitige Schließung des Bergwerks Lippe Ende 2008 nicht blenden“, warnt die Bisbu und wirbt um neue Mitglieder. „Auch nach dem Abbauende werden uns Bergschäden verschiedenster Ausprägung noch viele, viele Jahre begleiten.“ Infos: Tel. (02362) 954 801, 25122, 44445 und 23851 sowie unter www.bisbu.de.

