
FOTO: Laurin
RE (sl) So ist das Leben nun einaml. Es gibt Babys, die fast die ganze Nacht durchschlafen und nur ab und an mit einem gepflegten Bäuerchen auf sich aufmerksam machen und es gibt Säuglinge, die es lieben den stolzen Eltern die ganze Kraft ihrer Stimmbänder immer wieder aufs Neue vorzuführen. Ob ihre Nerven schon die dicke von Drahtseilen haben, um die Stimmungsschankungen kleiner Erdenbürger zu ertragen konnten nun Schülerinnen der 9. Klasse der Albert Schweizer Schule im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaften testen. Lehrerein Anne Hahmann verhalf den Mädchen durch einen Babysimulator zu ersten Einblicken in den mütterlichen Alltag. Der Babysimulator ist mit High-Tech vollgestopft, sieht aus wie ein Baby und wiegt immerhin drei Kilo. Und er verhällt sich auch wie ein Baby -wenn es sein muß bis zu fünf Tage lang, gnadenlose 24 Stunden am Tag. „Mann kann ihn auf drei verschiedene Arten programmieren“, erklärt Hamann, „als pflegeleichtes Kind, als Durchschnittskind und als Problemkind.“
Die Mädchen der 9. Klasse wurden, nach einem vierstündigen Test, mit leichten und durchschnittlichen Kinden in eine viertägige Testphase geschickt. Nun galt es, auf die Bedürfnisse der Kiunstkinder einzugehen. Ist die Windel voll wenn es schreit -und es schreit immer lauter -oder hat es Hunger? Will es nur gewiegt werden? Die jungen Probemütter mußten ihre Können im Umgang mit dem Babypuppen unter Beweis stellen -und hatten nach einer Nacht erst einmal genug. Zwar hatten sich alle, das konnte per Computer überprüft werden, gut um ihre Babypuppe gekümmert, aber das reichte dann auch schon.
Lehrerin Anne Hamann war mit diesem Ergebnis zufrieden: „Es ging mir vor allem darum, den jungen Mädchen zu zeigen, was es bedeutet eine Mutter zu sein und welche Belastung damit verbunden ist.“ Viele jungen Frauen, gerade in recklinghausen Süd, ist das nicht klar -viele werden jung und ungewollt schwanger, geben so die Möglichkeit auf, eine Ausbildung zu machen. Dass sie häufig auch ohne Partner ihr Kind großziehen müssen, verschlimmert die Lebensumstände weiter. Ist in Recklinghausen jede fünfte Mutter alleinerziehend, so ist es in Süd nahezu jede Dritte.
Kinder und eine Familie wollten alle Mädchen, die an dem Test teilnahmen, später haben -aber schon die wenigen Stunden mit dem Babysimulator haben ihnen gezeigt, dass sie besser erst einmal eine Ausbilduung machen sollten und dass die Belastung durch ein Kind mit einem Partner besser auszuhalten ist als alleine.

