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Vest. Was ist an der neuen Online-Ausleihmöglichkeit der Bibliothken im Kreis Recklinghausen besser als an Google? „Wenig Müll und Sucharbeit, es ist nicht kommerziell und hat eine wirklich hohe Qualität.“ Eva Becks Antwort kommt ohne zu Zögern, sie ist im Hertener Glashaus verantwortlich für die EDV und selbst begeistert von dem neuen Projekt. Ab sofort bieten die zehn Stadtbibliotheken im Kreis („Zehn im Vest“) gemeinsam einen neuen Internet-Service an: die e-Ausleihe.
Die e-Ausleihe ist ein gemeinsames Projekt im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. „Alleine hätte das keiner von uns stemmen können“, weiß auch Cornelia Berg, Leiterin der Hertener Bibliothek. Es wurde mit Fördermitteln des Landes NRW unterstützt. Ingesamt kostete das Projekt 75.000 Euro, von denen das Land 65 Prozent übernimmt. Die weiteren Kosten decken die Stadtbibliotheken über ihren Haushaltetat ab.
„«Zehn im Vest« ist für uns wie eine Zweigstelle im Internet“, erklärte Beck im Gespräch mit dem Sonntagsblatt. Mit einer großen Bandbreite digitaler Medien, die zum Herunterladen bereit stehen, ist die e-Ausleihe rund um die Uhr an 365 Tage im Jahr geöffnet. „Wir bieten hiermit eine sehr innovative Dienstleistung für die Bürger an“, ist Berg überzeugt.
13.000 Medien – Bücher, Filme und Audiodateien – gibt es, bis zu zehn gleichzeitig kann jeder mit einem gültigen Bibliotheksausweis kostenfrei herunterladen. Vor allem handelt es sich um Berufsratgeber, Computerbücher, Reise-und Sprachführer, Jazz-und Klassik-CDs sowie Hörbücher, auch für Kinder. Romane sind kaum zu finden. 20 Städte in Deutschland machen bisher mit bei dem Projekt der Firma DiViBib, einer Tochter der kommunalen Einkaufszentrale für Bibliotheken, 19 weitere sind in Planung – „das verbreitet sich derzeit ganz schnell“, so Beck.
Die e-Ausleihe bietet Bücherwürmern und Leseratten viele Vorteile: So muss bei schlechtem Wetter kein Fuß mehr vor die Tür gesetzt werden. Die e-Ausleihe kann außerdem überall auf der Welt genutzt werden. Einfach im Urlaub in Ägypten im Hotel auf der Seite der heimischen Bibliothek oder unter www.bibliothek-digital.de/kreisre vorbeischauen und sich schon vor der Bustour über die alten Ruinen und Grabstätten der Ägypter informieren.
„Wir reagieren damit auch auf unsere Beobachtungen zu den Nutzungsgewohnheiten der Jugendlichen“, so Cornelia Berg. Mit der e-Ausleihe passen sich die Bibliotheken dem neuen Medienverhalten der Jugend an. Ein weiterer Vorteil für die Nutzer der e-Ausleihe ist das sichere Qualitätsangebot. „Es gibt keine Werbung, keine versteckten Kosten und keinen Datenmüll“, versichert Eva Beck.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Alle Funktionen sind nur mit Windows 2000, XP und Vista zu nutzen, Mac-und Linux-User können derzeit nur eBooks und ePaper, wie den Spiegel, lesen. Wer noch keinen gültigen Bibliotheksausweis besitzt, kann über eine Schnuppermitgliedschaft schon mal das Angebot eine Woche lang unverbindlich testen. Die Medien werden einem für bis zu sieben Tage „verliehen“ und auf den heimischen PC herunter geladen. Nach dieser Zeit erlischt die Nutzungslizenz und das Medium kann erneut ausgeliehen werden. Bei den meisten Medien ist es erlaubt, die Dateien auf ein mobiles Gerät (z.B. MP3-Player) zu übertragen oder sie auszudrucken.

