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Die Heide ging in Flammen auf

Haltern. Als am Mittwochmittag über der Westruper Heide in Haltern am See Rauchwolken aufstiegen, war nicht die Natur in Gefahr, ein Raub von Flammen zu werden. Im Gegenteil, die Naturschützer des Kreises hatten einen kontrollierten Flächenbrand in einem drei Hektar großen Heidebereich am Flaesheimer Damm angelegt. Die Feuerwehr Hullern war dabei. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der L 652 war aber nicht eingerichtet worden, damit die Autofahrer in Ruhe das Ereignis beobachten können. Sondern als Vorsorge für mögliche Rauchbeeinträchtigungen.

Die 87 Hektar große kreiseigene „Westruper Heide“ ist ein Kulturbiotop, die über viele Jahrhunderte von Heidebauern bewirtschaftet wurde. Entstanden aus einer Übernutzung des heimischen Eichen- und Birkenwaldes führten die Holznutzung, die Waldweide und das Plaggen (Streunutzung) mit anschließender Schafbeweidung zur Ausbildung einer anspruchslosen Vegetation: der Heide.

Zur Düngung des Bodens brannte man die Heide nieder und konnte wenige Jahre Buchweizen oder Hafer anbauen. Kurze Zeit darauf wuchs dann wieder junge Heide.

Diese Tradition ging mit der Entwicklung des Kunstdüngers in der modernen Landwirtschaft verloren. Mit der Folge, dass die die Heidelandschaft vergraste, das Heidekraut verschwand und heimische Gehölze die Landschaften wieder in Laubwald verwandelten.

So verschwanden die Heidelandschaften bis auf wenige Reste; im Kreis Recklinghausen gibt es noch zwei kleinere Gebiete und die bekannte „Westruper Heide“. Diese Gebiete sind wegen ihrer Seltenheit, der angepassten Pflanzen (Wachholder, Heidekraut) und Tiere (Heidelärche, Zauneidechse) und wegen ihrer Schönheit besonders geschützt.

Das Vestische Umweltzentrum lässt hier im Sommer Schafe weiden und pflegt die Heide. Der Natur- und Vogelschutzverein Haltern und Umgebung e.V. brachte zusammen mit der Nachbarschaft HoTaLü (Holtwick, Tannenberg, Lünzum) z. B. im letzten Herbst Heide-Mähgut aus der Westruper Heide in der Holtwicker Heide, um dort die Wiederbesiedlung mit Heide zu unterstützen.

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