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„Pforte des Himmels“

FOTO: Laurin

Recklinghausen (sl). Die spektakuläre Ikonen-Ausstellung „Pforte des Himmels“ ist seit gestern in der Kunsthalle zu sehen. Sie ist dem 50-jährigen Bestehen von „Eikon“, der Gesellschaft der Freunde der Ikonenkunst, gewidmet. Das besondere: Alle ausgestellten Ikonen und Kirchenschätze sind Leihgaben von Eikon-Mitgliedern, die sich für viele Wochen von ihren Schätzen getrennt haben, die oft ein liebgewonnener Bestandteil ihres Alltagslebens geworden sind. „Wir mussten“, so Dr. Eva Haustein Kustodin des Ikonen-Museums, „die Werke für über 6 Millionen Euro versichern lassen.“

Doch das großzügige Entgegenkommen der insgesamt 27 Leihgeber aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz war äußerst erfreulich. Alle wollten ihre I-konen – in vielen Fällen noch nie öffentlich, sondern höchstens einem kleinen Kreis von Freunden und Verwandten gezeigt – einem breiteren Publikum wie auch der Fachwelt für einen Zeitraum von acht Wochen zugänglich machen. Berechtigt ist natürlich der Stolz auf die im Kunsthandel, in Privatbesitz, auf einer Auktion oder während einer Auslandsreise entdeckten und dann nicht selten unter finanziellen Entbehrungen oder nach langem „Herunterhandeln“ erworbenen Kunstschätze.

Mit der Pforte des Himmels ist in erster Linie die zum Altarraum führende Königstür gemeint, die das Zentrum der Ikonostase, der Bilderwand einer orthodoxen Kirche, bildet. Die Ausstellung führt die gesamte zeitliche wie thematische Vielfalt der Ikonenkunst vor Augen. Auswahlkriterien waren die hohe Qualität der Ikonen sowie die Seltenheit der Darstellungen.

Viele Ikonenfreunde werden erstaunt sein, welche in Qualität und Thema seltenen Stücke sie in dieser Ausstellung und im Katalog vorfinden: Ikonen von Heiligen mit Szenen aus ihrer Vita, mit Ansichten der von ihnen gegründeten Klöster, mit Legenden und selten dargestellten Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, mit Gebeten, Hymnen, Darstellungen der Muttergottes und der von ihr bewirkten Wunder, von Christus, Gottvater sowie signierte und datierte Ikonen.

Dazu kommen sakrale Gegenstände wie liturgische Tücher und Bücher, Gold-und Silberschmiedearbeiten, Kreuze, Bein-und Holzschnitzereien und schließlich eine umfangreiche Kollektion von 124 Metallikonen und -kreuzen, für deren Auswahl ebenfalls die Qualität und Seltenheit der gezeigten Objekte ausschlaggebend war.

Während der Ausstellung bietet die Kunsthalle Recklinghausen am dritten Adventssonntag, 14. Dezember, von 11 bis 14 Uhr und alternativ von 14.30 bis 17.30 Uhr unter dem Motto „Engel – einmal anders“ ein Kunstatelier für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene an. Gemeinsam mit der Hattinger Künstlerin Angelika Herker werden aus Grundformen mit unterschiedlichen Materialien Engelfiguren aufgebaut und geschmückt. So entstehen prachtvolle Engel, poetische Engel, stille Engel, schrille Engel, schlichte Engel, festliche Engel, persönliche Engel, weiße oder farbige Engel – zum Aufstellen oder Aufhängen, zum Verschenken und Behalten.

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