Vest (sl). 2018 ist Schicht im Schacht – dann schließt die letzte Zeche im Ruhrgebiet. Heute stellten die Städte ihre Forderungen gegenüber der Landesregierung auf. Sie setzen auf Bildung, und nicht mehr auf Bergbau.
Schlapp klingen die Beschwörungen über die Fortführungen eines nicht mehr subventionierten Bergbaus, gegen den ohnehin niemand etwas hätte. Auf der Pressekonferenz, auf der die Städte und Kreise des Ruhrgebiets und der Kreis Steinfurt unter Federführung der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr ihre Forderungen gegenüber dem Land bekannt gaben, die sie in einem Brief an Ministerpräsident Rüttgers formuliert haben, wurde klar: Auch in den Köpfen hat die Zeit nach der Kohleära begonnen.
Das Ende des Bergbaus wird noch einmal 47.000 Arbeitsplätze kosten. Dabei werden Bergleute und Jobs bei Zulieferern etc. zusammengezählt. Die wenigsten von ihnen, nur gut 20.000, sind Kumpel oder in der Zechenverwaltung beschäftigt. Wegfallen werden auch landesweit 2.000 Ausbildungsplätze.
Was wollen die Städte tun, um den Job-Crash aufzufangen? Vor allem Kooperieren. Besonders bei der Vermarktung der Gewerbeflächen wollen sie zusammenarbeiten. Und sie fordern Geld: Für die Aufbereitung von Flächen und vor allem für Bildung: Die Ganztagbetreuung soll in allen Schulformen ausgebaut werden, die Berufskollegs des Bergbaus sollen erhalten und inhaltlich neu ausgerichtet werden und auch weitere FHs sowie Internationale Schulen sollen im Revier angesiedelt werden. Zu diesen Forderungen kommen noch Projekte aus dem Konzept Ruhr, die vor allem aus den Bereichen Städtebau und Flächenaufbereitung kommen.
Was fehlt, sind große Infrastrukturprojekte im Bereich Straßen-und Autobahnbau sowie Nahverkehr und der Wunsch nach Forschungseinrichtungen wie Fraunhoferinstituten etc. Auch hätte man fordern können, endlich sowohl vom Bund und vom Land nicht mehr vergessen zu werden, wenn es um die Ansiedlung großer Institutionen geht: Warum ist ausgerechnet das Landesarbeitsamt in Münster? Solche Beispiele gibt es viele und wenn die Kohlesubventionen auslaufen, kann auch das Ruhrgebiet seinen Teil des Kuchens fordern.

