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Totentanz-Konzert in der Erlöserkirche

Haltern. Wir schreiben das Jahr 1463. In Lübeck wie in vielen anderen Städten Norddeutschlands wütet die Pest. Sie rafft fast die Hälfte der Bevölkerung dahin. In dieser Zeit, als die Menschen den Schrecken des Todes vor Augen hatten, entstand in einer Kapelle der Lübecker Marienkirche ein großes Wandgemälde: der Totentanz. Mit diesem Werk wollte der Maler Bernt Notke deutlich machen, dass vor dem Tod alle Menschen gleich sind, unabhängig von Stand, Geschlecht und Lebensalter.

Der mit einem weißen Leinentuch bekleidete Tod tanzt mit 24 lebensgroßen Figuren, vom Kaiser und Bischof bis zu zur Jungfrau und dem Kleinkind. Unter dem Gemälde sieht man ein Spruchband, das in Versform Dialoge des Todes mit jeder einzelnen Figur enthält. Leider ist das Werk im Bombenhagel des zweiten Weltkriegs 1942 verbrannt.

Der Komponist Hugo Distler, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, hat den Lübecker Totentanz vertont. Er übernimmt 13 der Lübecker Dialogverse, wobei er die niederdeutschen Texte des 15. Jahrhunderts in die Sprache unserer Zeit umgesetzt hat. In Chormusik gesetzt hat Distler dazu 14 passende Sprüche, die aus dem „Cherubinischen Wandersmann“ von Angelus Silesius stammen.

Der Totentanz ist zu hören in einem Konzert zum Totensonntag am Samstag, 22. November, um 19 Uhr in der Erlöserkirche, Hennewiger Weg. Veranstalter ist der Halterner Freundeskreis Kirchenmusik. Zwei weitere Chorwerke runden das Programm ab: von Bernd Alois Zimmermann die Motette „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“ und von Max Reger die ergreifende Motette „Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit“.

Ausführende sind der Halterner Kammerchor sowie Kristin Seifert (Flöte), Brigitte Schwarz (Orgel) und Carlo Steimel (Totentanz-Dialoge). Die Leitung hat der Essener Domkantor Wolfgang Endrös. Der Eintritt kostet 10, ermäßigt 8 Euro.

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