Marl (eib). Wie viel kann in der Kultur noch gespart werden? Diese Frage musste die Stadtverwaltung auf Drängen der Politik beantworten. Und sie meint: Kaum noch, es sei denn durch trickreiches Kosten-Verschieben.
Ab 2010 sollen in der Bibliothek 133.000 Euro weniger ausgegeben werden. Das sei nicht einmal zu schaffen, wenn die Bücherei komplett geschlossen werde – dann bliebe man immer noch auf Kosten sitzen, meint die Verwaltung. 50.000 seien denkbar. Vielleicht noch etwas, wenn man die Beleuchtung in den hohen Räumen ändere. Aber dafür müsste erst einmal investiert werden.
Im Theaterbereich ließen sich noch Kosten sparen, wenn man Mitarbeiter durch Honorarkräfte ersetzt und diese dann aus einer anderen Haushaltsstelle bezahlt. Die Mietzahlungen für das Theater könnte man von 61.000 auf 1.000 Euro senken (das Theater gehört der stadteigenen Wohnungsgesellschaft Neuma, die das Theater mal auf ihre Kosten saniert hatte).
Und dann könnte man die Einnahmen noch steigern. Das ist zwar grundsätzlich auf mehreren Wegen denkbar, einen wollte der Kulturausschuss aber nicht diskutieren: Das Niveau auf eine Ebene absenken, um mit volkstümlichen Stücken ausschließlich den Massengeschmack zu erreichen.
Die Verwaltung verwies auf die bereits hervorragende Theaterauslastung von 79 Prozent. Die Quote wird aber nur erreicht, weil die Zahl der Plätze deutlich zurückgefahren wurde. In absoluten Zahlen: Im abgelaufenen Kulturjahr gab es 25.700 Besucher, vor drei Jahren noch 37.100.
Man müsse mehr tun über Werbung, Sponsoring, man müsse in Schulen werben, forderte die CDU. Dann ließen sich noch viele tausend Euro zusätzlich in die Stadtkasse bringen. Dem wollte sich der Kulturausschuss nicht entgegen stellen.

