Datteln (mc). Die Rettung der Firma Ruhr-Zink steht auf wackeligen Füßen. „Alles hängt davon ab, dass bis zum 31. Dezember eine ernstzunehmende Absichtserklärung zum Kauf des Unternehmens eingeht“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Werner. Er ist aber zuversichtlich, dass dieses Unterfangen gelingen kann. „Der Betriebsrat und leitende Angestellte von Ruhr-Zink haben uns noch mal das Rettungskonzept erklärt. Das hört sich für uns Nicht-Fachleute sehr schlüssig und plausibel an.“ Wichtig sei vor allem der Strompreis. „Strom ist für Ruhr-Zink Rohstoff. Da müssen andere Preise her. Außerdem zahlt das Unternehmen im europäischen Vergleich 40 bis 60 Prozent mehr. Das ist eine Ungleichbehandlung, die nicht hinnehmbar ist“, fordert das Stadtoberhaupt auch Europaabgeordnete auf, mit in das Rettungsboot zu steigen.
„Das Wirtschaftsministerium ist auch mit eingespannt. Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen, damit das Unternehmen in Datteln bleibt.“
In Deutschland gibt es nur zwei Zinkproduzierende Betriebe -das Unternehmen in Datteln und eins in Nordenham. Sollte Ruhr-Zink schließen bedeute das, dass die B 235 mit jährlich 4000 bis 5000 Lkw zusätzlich belastet wäre. „Denn das ist die Menge, die Rhein-Zink von Ruhr-Zink erhält“, erläutert Werner weiter.
Für Wolfgang Werner wäre die Schließung des Unternehmens ein Desaster. „Daran hängen 237 Arbeitsplätze und 50 externe Stellen, die unwiderruflich ausgelöscht wären.“ Die Zusage seitens der GEA Group, andere Produktionsstätten in die Kanalstadt zu verlegen, stimmt ihn auch nicht versöhnlich. „Die Zeiten des eigenen Rathausturm-Denkens sind vorbei. Wir brauchen die Arbeitsplätze in der Region.“
Politik und Gewerkschaften stehen voll hinter dem Konzept des Betriebsrats und der Konzernleitung. „Hoffen wir, dass schnell ein Interessent gefunden wird und die Zeitschiene sich so verlängert,“ resümiert Wolfgang Werner.

