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Bürger gründen die Stadt Ruhr

Vest (sl). Reginald Hohmeister ist begeistert. Der in Haltern wohnende Sprecher der Unternehmer des nördlichen Ruhrgebiets wird am kommenden Mittwoch dabei sein, wenn die Stadt Ruhr gegründet wird: „Ich bin begeistert! Wir haben ein Spitzen-Kultur-und Freizeitangebot und unkomplizierte Menschen. Wir befinden uns – logistisch gesehen – in einer hervorragenden Lage innerhalb Europas. Wir werden so Investoren anziehen und auch das Umland wird davon profitieren.“

Ob der kommende Mittwoch ein historischer Tag in der Geschichte des Ruhrgebiets wird, kann niemand sagen, aber zumindest wagen seit vielen Jahren wieder engagierte Bürger aus allen Teilen des Ruhrgebiets den Schritt in die Öffentlichkeit, um sich für ihre Region und gegen das Kirchturmdenken vieler Kommunalpolitiker zu stellen.

Ihre Vision ist das Ruhrgebiet als größte Stadt Deutschlands. Nicht als riesiger, bürgerfremder Moloch, sondern als eine Stadt der Menschen des Reviers, mit einem gewählten, regierenden Bürgermeister, einem eigenen Rat, nur noch einer Verkehrsgesellschaft statt über einem Dutzend, mit einem modernen Nahverkehr, besseren schulen, einem abgesprochen Kulturangebot. Das Ruhrgebiet soll sich, so die Idee, nicht mehr selbst Konkurrenz machen, sondern in Konkurrenz mit anderen Städte Deutschlands und Europa treten – und in Zukunft immer häufiger gewinnen.

Hohmeister unterstützt diese Ideen mit vollem Herzen und hat keine Sorge, dass die kleineren Städte nicht mehr zum Zuge kommen: „Die Identität mit dem Ortsteil wird doch erhalten bleiben. Also weiterhin z.B. Ruhr-Wattenscheid oder Ruhr-Wanne-Eickel. Ein noch besserer bürgernaher Service ist ohnehin eine Voraussetzung für Identität mit dem Ort, wo man zu Hause ist. Es ist höchste Zeit, das Ruhrgebiet auf eigene Beine zu stellen.“

Die Initiatoren der Kampagen Stadt Ruhr haben groß aufgefahren: Bundestagspräsident Norbert Lammert wird eine Rede halten, Ex-WAZ-Chef Uwe Knüpfer Kurztstatements von Dietrich Grönemeyer, Elmar Weiler (Ruhr-Universität) und Christoph Zöpel (SPD) moderieren und dann wird der Aufruf zur Gründung der Stadt Ruhr verlesen: Am 5. November um 18 Uhr.

Und nun sind Sie dran, liebe Leser: Was sind Ihre Wünsche für das Ruhrgebiet? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per Post (Sonntagsblatt im Vest, Sickingmühler Straße 99, 45772 Marl), E-Mail (redaktion@Vest-Aktuell.de) oder Fax (02365/65400).

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