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Frauen-Verein droht zu zerbrechen

Marl (eib). Die Zukunft des Vereins „Frauen helfen Frauen“ wird immer unsicherer. Während das Arbeitsgericht Herne die Kündigung einer Mitarbeiterin in dieser Woche für rechtens einstufte, bemüht sich ein Freundeskreis um diese Ex-Mitarbeiterin um eine außerordentliche Mitgliederversammlung – mit dem Ziel, den Vorstand abzuwählen.

Der Ex-Mitarbeiterin war es nicht gelungen, das Gericht von einem Zusammenhang zwischen der Kündigung und einem zufällig gefundenen Zettel herzustellen. Dieser Zettel wurde so interpretiert, als gebe es Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung von Mitarbeitern. Eine Überprüfung bei der Stadt Marl und beim Landschaftsverband ergab kein fehlerhaftes Verhalten. In der kommenden Woche wird von einer anderen Richterin in einem zweiten Kündigungsfall das Urteil gesprochen.

Auf Verlangen einiger Mitglieder gibt der Vorstand nun auch eine „bereinigte“ Mitgliederliste heraus. Bereinigt deshalb, weil zunächst die Mitglieder gefragt worden waren, ob sie mit der Herausgabe ihrer Daten einverstanden seien. Dieses habe ein bemerkenswert großer Teil abgelehnt, erklärte Rechtsanwalt Dr. Norbert Drees, der den Vorstand berät.

Nunmehr kann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden (wenn ein Viertel der Mitglieder dem zustimmt). Sollten eine „schweigende Mehrheit“ daran nicht teilnehmen, dann könnte es in der Tat zu einer Ablösung des bisherigen Vorstandes kommen.

Hintergrund des Streites: Die jahrelangen angestellten Mitarbeiterinnen hatten den Verein derart fest „im Griff“, dass der Vorstand von „Frauen helfen Frauen“ offenbar nur durch ein radikales Durchgreifen in der Lage gewesen sei, das Heft wieder selber in die Hand zu nehmen. Deshalb seien die beiden Mitarbeiterinnen entlassen worden.

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