
Dorsten (Red.). Als Isabel Sinnhuber Anfang der 90er Jahre mit ihren Eltern aufs Land zog, wusste sie genau, was sie wollte: „Ich will Springreiterin werden!“ Sagte sie an der roten Ampel kurz vor der Gahlener Reithalle. Vier Jahre war sie damals alt und hatte noch nie einen Stall von innen gesehen.
Ohne zu wissen, was auf sie zukommen würde, versuchten ihre Eltern fortan gegen viele Widerstände den Wunsch zu begleiten. Irgendwann war sie alt genug, aus dem Ponyalter raus, und machte sich auf den Weg, die eigenen Lehrmeister und passende Vierbeiner zu finden. Mit Guido Röder, einem Dorstener Hufschmied, und Züchter, fand Isabel Sinnhuber 2005 einen Pferdemenschen, der genügend Tiere im Stall stehen hatte. Nur ein halbes Jahre brauchte sie für den Sprung vom ersten A-Springen bis zur ersten Springprüfungen der Klasse M*.
Ihr Saisonziel für 2008 war es, mit der eigenwilligen Stute Cedra die ersten S*-Springen zu absolvieren und sich eine Chance zu erarbeiten, um bei den Westfälischen Meisterschaften starten zu dürfen. 2007 hatte sie bei den Junioren das Ziel bereits erreicht (15. der Gesamtwertung), doch die Anforderungen für „Junge Reiter“ (ab 18 Jahren) sind um einiges höher als bei den Junioren.
Nach einem guten Saisonstart in der Dortmunder Westfalenhalle bekam Isabel Sinnhuber den 9-jährige Giorgio von Georg Wiebringhaus (Marl) zur Verfügung gestellt. Der junge Wallach mit Vollblut-Abstammung hatte ein wenig Erfahrungen in L-und M*-Springprüfungen gesammelt. Giorgio und Cedra machten sich in der Folgezeit bei Turnieren Konkurrenz und wurden schließlich beide zur Westfälischen Meisterschaft eingeladen.
Womit keiner gerechnet hatte: Mit beiden Pferden legte Isabel Sinnhuber souveräne Runden bei den Westfälischen hin und gewann mit Youngster Giorgio gegen starke Konkurrenz die Wertungsprüfung, ein schweres S-Springen. Und es ging weiter steil bergauf.
Auf in der Westfalenwoche in Münster konnte sie sich mit Giorgio inmitten starker Konkurrenz platzieren. Doch ein Profireiter entdeckte Giorgio im Parcours und spannte ihn der jungen Amazone aus.
Bei ihrem ersten Start beim großen Januarturnier in Gahlen 2009 wird Isabell Sinnhuber voraussichtlich die junge 5-jährige Stute Panama vorstellen und mit Cedra das erste S-Springen in Gahlen gehen. Genau 15 Jahre nach dem selbstgesteckten Ziel. Für 2009 möchte sie bei den Westfälischen Meisterschaften auf das Treppchen und größere Turnieren mit S**-Springen reiten.
Ob sich ihre sportlichen und beruflichen Ziele allerdings vereinbaren lassen, bleibt offen. Sie arbeitet seit dem Abitur in einer Essener Werbeagentur und das ist ein ganz neuer Parcours.

