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Stadtteil wird fit gemacht für Zeit nach Bergbau

FOTO: Mengedoht

Dorsten (eib). Der Bergbau geht und ein ganzer Stadtteil gerät aus den Fugen: 2001 wurde die Kohleförderung auf Fürst Leopold eingestellt, Ende des Jahres ist ganz Schluss mit der Zeche. Schritt für Schritt wird offensichtlich, dass zwischen Zechenhafen und der Wenge, von der Bismarckstraße bis kurz vor Dorf Hervest Probleme liegen, die behoben werden müssen. Für 22 Millionen Euro könnte man dem an die Wurzel gehen, hat die Verwaltung ausgerechnet. 5 Millionen will sie bis 2013 selber aufbringen, der Rest müsste aus Fördertöpfen kommen.

„Es gibt Veränderungsdruck“, fasst Bürgermeister Lambert Lütkenhorst die Situation zusammen. Es gibt überalterte Quartiere, es gibt die Zechensiedlung mit auffallend hoher türkischer Bevölkerung, an anderer Stelle konzentriert sich das Einwandererpotenzial aus Osteuropa, es gibt Leerstände und Fassadenmängel.

Und es gibt die zentrale Frage, wie es mit dem Zechengelände weiter geht. Wie viel Einzelhandel, Gewerbe, Freizeit möglich und bezahlbar ist. „Wir sind auf der Zielgeraden“, gibt sich der Bürgermeister optimistisch. Man führe intensive Gespräche mit der MGG (der die Flächen gehören) und der Tempelmann-Gruppe (die sie erwerben und vermarkten will).

An dieser Stelle geht es auch um die „Soziale Stadt“, zum Beispiel um die Frage einer Jugendeinrichtung. Soll man für 1,3 Mio ein neues Zentrum bauen? Oder ein vorhandenes Gebäude nutzen? Keine Frage, die den Bürgermeister bedrückt: „Es gibt viele Fragen und schon viele Antworten.“

Wie die aussehen können, das erklärt das fast 300 Seiten starke Handlungskonzept: Sanierung der Ellerbruch-und der Zechensiedlung, Neuordnung der Kreuzung Harsewinkel/Halterner Straße, Schaffung von Spiel-, Bewegungs-und Kommunikationsräumen, Grün und Freizeitflächen auf dem Zechengelände, Umgestaltung der Bahntrasse, Aufwertung des Lippedeiches, Erschließung des Zechengeländes, Umgestaltung der Halterner Straße, Erschließung zum Zechenhafen, Begegnungszentrum Zeche Fürst Leopold. Dazu kommen Netzwerke und Jugendangebote, Sprachförderung und Lernen.

Das ganze Paket muss bis zum 10. September geschnürt sein. Schon im nächsten Jahr will Dorsten 1,6 Mio Euro Vorleistungen erbringen. Was und in welchem Umfang gefördert wird, wird sich zeigen. Die Verwaltungsspitze erklärt sich flexibel, in welcher Reihenfolge was umgesetzt wird. Lediglich isolierte Projekte zu verwirklichen, das sei nicht sinnvoll. Es gehe schließlich um die Zukunft eines ganzen Stadtteils.

Am Montag werden sich drei Ausschüsse über das Projekt informieren (14 Uhr, Rathaus), am Mittwoch der Rat. Im Herbst soll es eine Bürgerversammlung in Hervest-Dorsten geben, schon in der nächsten Woche erwartet der Bürgermeister Konkretes in Sachen Zechengelände.

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