Vest (eib). Das Angebot heißt „proGesund“ und wird nun um die nördliche Region des Kreises Recklinghausen ausgeweitet. Es ist der Auftakt für das Klinikum Vest, das Doppel-Krankenhaus aus Knappschaft (Recklinghausen) und Paracelsus-Klinik (Marl). Und genau dieses Angebot soll die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg legen.
Die Netzregion will zehn Prozent wirtschaftlicher arbeiten können als das traditionelle System. Davon profitieren die Versicherten unmittelbar: Sie zahlen keine Praxisgebühren und sind im Krankenhaus für die ersten zehn Tage von der Zuzahlung befreit. 316 Ärzte machen bereits in diesem Netz mit, 55.000 Versicherte der Knappschaft und der DAK sind schon dabei.
Das Marler Arzt-Netz (77 von 85 Ärzten) begrüßte ausdrücklich die Attraktivität des Angebotes und will hier mitmachen. Die Ärzte verlassen sich auf die Diagnosen ihrer Kollegen und verzichten weitgehend auf eine zusätzliche eigene Diagnose – und sparen damit viel Geld ein.
20.000 mögliche Teilnehmer sieht die Knappschaft in Haltern und Dorsten. Mit dieser Erweiterung würde sich die Krankenhaus-Fusion bezahlt machen.
Beide Häuser werden ihr Angebot aufeinander abstimmen um Überschneidungen zu vermeiden. Die Details sind schon erarbeitet – aber liegen noch in der Schublade, bis über den Einspruch des Prosper-Krankenhauses (RE) entschieden ist, das eine Ausschreibung um die Paracelsus-Klinik verlangt hat.
Wie ein Krankenhaus werden die beiden Kliniken dastehen: Ein Shuttle-Dienst für Besucher wird das unterstreichen. Es werde ein Angebot „auf höchstem Niveau“ erreicht, so Dr. Thomas Riddermann, Sprecher des Marler Ärzte-Netzwerkes. In Zukunft werde es keinen Patienten-Abfluss aus Marl heraus geben, sondern Marl werde eine Sogwirkung auf die Nachbarstädte ausüben.
Übrigens heißt das Netzwerk anderswo in Deutschland „Prosper“, was hier wegen der Konkurrenzlage allerdings nicht möglich war.
Die für den 1. Juli geplante Fusion Recklinghausen-Marl kann noch nicht vollzogen werden. Jetzt scheint der 1. September der frühestmögliche Termin zu sein – wenn bis dahin der Widerspruch des Prosper-Krankenhauses vom Tisch ist.

