Marl (eib). Jetzt kann der Spatenstich für das China-Center an der Herzlia Allee kommen. Davon sind die Politiker überzeugt. Doch so schnell geht es nicht, sagen jetzt die Investoren und legen deutsche Gründlichkeit an den Tag: Erst müssen die Verträge gründlich geprüft werden, dann gibt es ein „Ja“. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, betont der Marler Unternehmer Qing Wang, der als Vermittler und Dolmetscher fungiert.
Das hatte bis vor Kurzem noch ganz anders ausgesehen, als die Chinesen darauf drängten, am 2. Mai schon einen Spatenstich feiern zu können. Da hatte der Marler Rat aber noch nicht entschieden. Erst jetzt ist er bereit, rund 21 000 qm für 39 Euro/qm zu verkaufen (was er selber für 30 gekauft hatte). Der zweite Abschnitt soll weitere 40000 qm umfassen -Grundstücke, die der Degussa und der Kirchengemeinde St. Georg gehören. Wie dort gebaut werden kann, muss erst noch über einen Bebauungsplan festgelegt werden – und das wird wohl noch zwei Jahre dauern.
Während der Streifen an der Herzlia Allee höchstens 10 m hoch werden darf, bleibt das Hinterland noch im Dunkeln. Höher soll es aber mit Sicherheit werden.
Bis dahin sind aber noch viele Hindernisse zu bewältigen. Noch gibt es den Käufer des Grundstückes nicht: Die Firma „Metropole Team GmbH“ ist erst in Gründung, sie wird ihren Sitz im Sparkassenhochhaus in Hüls haben – dessen Filialleiter mit zu den Besuchern in China gehörte. Gesellschafter und Geschäftsführer wird Dongjun Zhao sein, der das Marler Leben schon bis hin zur Grimme-Preis-Party kennen gelernt hat. Der aber kein Deutsch und kaum Englisch spricht.
Auf der letzten Ratssitzung war nur die Bürgerliste Wir für Marl nicht für den Grundstücksverkauf. Sie kritisierte, dass noch eine Reihe von Fragen offen sei (z.B. wer die Gesellschafter der GmbH sind, wer die Kosten für den Masterplan übernimmt).
Während die Politiker ansonsten die großen Chancen für Marl lobten, melden sich aber auch Insider, die sich sorgen, das Projekte könne noch an unterschiedlichen Detailvorstellungen bei Chinesen und Marlern scheitern.

