FOTO: Bludau
Dorsten (om). Rostige Einkaufswagen, alte Fahrräder und andere größere Metallgegenstände – traurig, wie manche Menschen den Barkenberger See als Müllkippe missbrauchen. Am Mittwoch machten sich der Angelsportvereins Wulfen 69 und Mitarbeiter des ntsorgungsbetriebs (EBD) sowie des federführenden Grünflächenbereichs im Tiefbauamt am Barkenberg See zum Besentag. Anschließend sollte der See, um den es im Frühling wegen toter Fische und Vögel einige Aufregung gegeben hatte, sozusagen besenrein sein.
In einer gemeinschaftlichen Aktion wurde der See vom Unrat befreit. Innerhalb von wenigen Minuten zogen die Sportangler unter der Leitung ihres Vorsitzenden Kurt Scheid mit Hilfe eines Seils etliche Einkaufswagen, Fahrräder und diverse größere Metallgegenstände aus dem Wasser. Aber nicht nur größer Schrott wurde aus dem Gewässer gefischt, sondern auch jede Menge Müll, der auf der Oberfläche trieb oder am Ufer achtlos weggeworfen wurde.
Angelsport-Vorsitzender Scheid hatte noch ein weiteres wichtiges Anliegen an die Mitbürger: Das Füttern der Enten schädigt den See und die darin lebenden Tiere. In der freien Natur leben an einem Gewässer nur soviele Enten, wie Futter für sie vorhanden ist. Werden die Tiere in städtischen Bereichen durch – vor allem – Senioren und Eltern mit Kindern ständig gfüttert, lockt dies weitere Vögel an. Das Brot düngt als Kot der Tiere aber das Wasser und als Folge vermehren sich die Algen explosionsartig.
In Folge stirbt die Algenblüte wieder ab und belastet durch sauerstoffzehrende Prozesse das biologische Gleichgewicht des Gewässers, das dabei sogar kippen kann. In Zonen ohne oder mit nur noch geringem Sauerstoffgehalt können sich auch Botulimsus-Bakterien entwickeln, die ein starkes Nervengift ausscheiden. Gründelnde Enten können durch dieses Gift an Muskellähmung sterben.
„Das fraglos gut gemeinte Füttern der Tiere kehrt sich also ins Gegenteilt um“, bittet Scheid eindringlich, mit dem Füttern aufzuhören. „Außerdem profitieren auch die Ratten von dem Überangebot des ausgestreuten Brots – und das will sicher keiner von uns.“

