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Schnell-Fusion schockiert die Gläubigen

Dorsten. Die katholischen Kirchengemeinden sind schockiert: Das Bistum besteht auf einer kurzfristigen Fusion der derzeit 14 auf drei Gemeinden als Konsequenz aus sinkenden Gläubigen- und Priesterzahlen. Bislang war man in Dorsten auf eine Diskussionsphase und auf mehr Gemeinden eingestellt.

Überrascht wurden die Gemeinden in Hervest und Holsterhausen, dass sie künftig eine Gemeinde bilden sollen: St. Paulus, St. Josef und St. Marien in Hervest sowie St. Antonius und St. Bonifatius in Holsterhausen. Bislang war man von zwei Gemeinden (je 6000 Seelen) ausgegangen – wenn auch möglicherweise nicht auf Dauer.

„Wir gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes St. Antonius lehnen den Zwang, in eine Großgemeinde integriert zu werden, jedoch weiterhin ab“, hat sich St. Antonius sofort klar positioniert. Die über 560 Jahre alte Gemeinde hält Münsters Bischof Dr. Felix Genn vor, sie müsse zwangsfusioniert werden, wenn der Bischof an seinem Beschluss festhalte.

St. Antonius ist enttäuscht, weil Genns Vorgänge Lettmann noch zugesagt hatte, es gebe keine Fusion gegen den Willen der Gemeinde. Und sie greift den Bischof sogar an: Der Umgang der Bistumsleitung mit dem haupt- und ehrenamtlichen Personal sei „unchristlich“, Priester würden unter Druck gesetzt, pastorale Mitarbeiter wie Marionetten verschoben.

Von den zügigen Fusionsplänen aber will das Bistum nicht abweichen, um nicht „permanent eine Fusion nach der anderen zu machen“.

Seit geraumer Zeit schwelt bereits eine andere Fusions-Baustelle in Dorsten. Im Norden des Stadtgebietes haben Wulfen, Deuten, Lembeck, Rhade und Barkenberg erklärt, die Vereinigung zu „St. Laurentius“ nicht zu wollen. Wulfen und Deuten sind dagegen, im Sommer war ein Gespräch gescheitert.

Im kommenden Jahr, spätestens 2012 erwartet das Bistum das Ende der Strukturdebatte. Die Kirchen gaben ihre Sorge nach Münster weiter, dass sich viele Aktive unter diesem Druck von einer weiteren Mitarbeit verabschieden könnten.

Bereits abgeschlossen ist die Fusion im Dorstener Süden. Dort wurden zu Pfingsten 2009 St. Agatha in der Altstadt mit St. Nikolaus (Hardt), St. Johannes (Feldmark) und Heilig Kreuz (Altendorf) fusioniert unter der Leitung von Pfarrer Ulrich Franke.

Bis zum Jahresende soll es eine konkrete Personalplanung für Dorsten geben, die drei Großgemeinden würden mit 16.000 Mitgliedern im Norden sowie je 12.000 in Mitte und Süden deutlich über der bischöflichen Richtgröße von 10.000 liegen.

Pastor Franke denkt schon einen Schritt weiter: „Wir müssen nun die neuen Gemeinde inhaltlich mit Leben füllen.“

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