Herten (hn). Was lange währt, wird endlich gut – so ein altbekanntes Sprichwort. Vor zweieinhalb Jahren hatte die behinderte Tochter von Martina W. (Name geändert, die Redaktion) an einer Ferienfreizeit des familienunterstützenden Dienst der AWO Herten teilgenommen. Damals, so Frau W., seien von den AWO-Mitarbeitern Zusagen über eine finanzielle Förderung der Freizeit durch die „Aktion Mensch“ gemacht worden. Der Eigenanteil der Familien für die Ferien von rund 350 Euro sollte größtenteils erstattet werden. Das passierte jedoch bis heute nicht. Alle Nachfragen blieben erfolglos. Das Geld soll von der „Aktion Mensch“ gar nicht gezahlt worden sein, erfuhr Martina W.
Widersprüchliche Aussagen veranlassten die Hertenerin, sich schließlich an unsere Zeitung zu wenden.
Das Sonntagsblatt bringt nun Licht ins Dunkel. Auf Nachfrage konnte ein Sprecher von „Aktion Mensch“ sich nur wundern. „Wenn wir eine Zusage machen, dann fließen auch die Unterstützungsgelder“. Nach einigem Hin und Her und internen Recherchen bestätigte dann auch die Sprecherin der AWO Herten, dass der besagte Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich finanziell unterstützt wurde. Das Geld (4.200 Euro) sei im September diesen Jahres bei der AWO Herten eingegangen. Die lange Zeitspanne sei bei solchen Förderungen üblich, heisst es weiter. Eine Ferienfreizeit von zwei Wochen für behinderte Kinder und Jugendliche koste in der Regel mindestens 1.000 Euro, so die AWO.
Nun müsse noch eine detaillierte Rechnung aufgemacht werden, ob die Fahrt damals unter- oder überfinanziert war. Im Falle eines Minus übernimmt die AWO die Kosten, die Eltern müssen in keinem Falle noch etwas bezahlen. Stellt sich ein Plus dabei heraus, werde man den Überschuß an die teilnehmenden 16 Familien erstatten. Fraglich sei aber, ob der ganze Eigenanteil von 350 Euro dabei heraus springe. Die AWO Herten betont ausdrücklich, es sei niemals von einer Komplett-Erstattung gesprochen worden.
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