Dorsten (eib). Inoffiziell war die Sache schon längst klar, jetzt ist sie es auch offiziell: Hans-Willi Niemeyer (62) ist neuer Chef der Dorstener SPD, Dr. Hans-Udo Schneider (62) ist ihr Bürgermeisterkandidat. Schon lange war sich die SPD nicht mehr so einig: Für beide gab es 100 Prozent Zustimmung.
Und für Dr. Schneider gab es zusätzliche Unterstützung: Die Grünen wollen für die Bürgermeisterwahl keinen eigenen Kandidaten aufstellen, sondern ihn unterstützen. Überhaupt haben die Grünen eine erstaunlich viel Themen-Gemeinsamkeiten entdeckt.
Von den Enttäuschungen, internen Abstimmungen, Intrigen, Rück-und Austritten der letzten Monate war auf dem SPD-Parteitag nichts mehr zu spüren. Sozialpfarrer Dr. Schneider versprühte Selbstsicherheit und sah bei Vorstellung seiner Themenschwerpunkte die Zuhörer hinter sich. Konkret sprach er unter anderem das Gemeinschaftshaus an (dessen Schließung durch Bürgerengagement verhindert werden konnte), die Gesamtschule (die fast 100 Schüler abweisen musste) und die Sicherheit in der Stadt (die mehr Beachten finden müsse). Die SPD, so sein Credo, sei bei der nächsten Bürgermeisterwahl kein Zählkandidat sondern eine echte Alternative zum CDU-Kandidaten, auch wenn dieser manchem fast übermächtig erscheine.
Gewählt wurde auch noch: Neben dem gesamten Vorstand auch die Kandidaten für die Wahlbezirke und die Reihenfolge auf der Reserveliste. Bei den Vorstandswahlen wurden Elsbeth Koloczek und Manfred Wissing Stellvertreter, Dr. Ulrich Guthoff ist Kassierer, Petra Somberg-Romanski ist Geschäftsführerin.
Auf der Reserveliste stehen an der Spitze Heinz Denniger, Susanna Simmerl, Friedhelm Fragemann, Jürgen Scholle, Dirk Groß, Michael Wronker.
Vielleicht deutete ein Wahlergebnis noch auf „Vergangenheitsbewältigung“ hin: Friedhelm Fragemann, der als entscheidender Strippenzieher in den Personalquerelen galt, erhielt nur 29 (von 41) Delegiertenstimmen.

