Marl (eib). Noch dominieren Hochhäuser das Bild – auch wenn sie nur den Rand des Stadtviertels abstecken. Aber schon im nächsten Jahr soll es losgehen und Hüls-Süd bekommt in weiten Teilen ein neues Gesicht und einen neuen Charakter. 20 Millionen Euro soll die auf fünf Jahre angelegte Maßnahme kosten, 15 Millionen kommen vom Land, der Rest von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Neuma und der Stadt Marl.
Das Projekt mit dem unspektakulären Titel „Soziale Stadt“ lässt kaum erahnen, welche Fülle von Einzelmaßnahmen gebündelt wurde, um dem Stadtviertel östlich des Ovelheides Weges und nördlich der Hülsstraße eine neue Perspektive zu geben. Der Projekt-Teil, der die bestehenden Gebäude betrifft, heißt „Grüne Höfe Hüls-Süd“ und sieht den Abriss mehrerer Hochhäuser am Ovelheider Weg wie an der Hülsstraße vor. Nur eines, das bereits saniert ist, bleibt stehen, vielleicht noch ein zweites nebenan. Ansonsten werden Stellplätze abgebaut, die Canisius-Grundschule wird erschlossen, die völlig danieder liegende Ladenzeile wird überarbeitet und soll die Nahversorgung (wieder) sicherstellen.
Die Grünflächen sollen unter Einbeziehung des sanierten Kinderspielplatzes zu einem Park für alle Generationen weiterentwickelt werden -einschließlich Kunstwerke.
Zu den baulichen Veränderungen kommt eine Fülle von Angebote für die Bewohner: „Musik, Dance & Art“, „Mus-e“, Lesepaten, Medienkompetenz, „Bühne frei für Sprache“ und eine Theatertanzgruppe gehören dazu, aber auch ein Jugendtreffpunkt Freibad und natürlich das bereits erfolgreiche Projekt „Kunterbuntes Chamäleon“, das an der Martin-Luther-King-Gesamtschule angesiedelt ist. Deshalb wurde der Plan auch um diese Schul-Fläche erweitert (was ursprünglich nicht für nötig gehalten wurde). Den Schulhof will man zum attraktiven Treffpunkt machen, das „Chamäleon“ soll Teil des künftigen Jugendzentrums werden.
Ein großes Projekt, erklären stolz die Vorsitzenden von CDU und SPD, Hubert Schulte-Kemper und Peter Wenzel. Denn das alles sei von der Politik angestoßen und vorangetrieben worden. Bis hin zur Organisierung der Finanzen. Nun ließen sie Sorge durchblicken: Wer bislang nicht in der Sache engagiert war, der könne vielleicht auch in Zukunft das Projekt nicht ausreichend voranbringen.
Offenbar meinen sie die Stadtverwaltung. Die hat sich in der öffentlichen Propagierung sehr zurückgehalten. Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass keine der Maßnahmen bislang umgesetzt wurden. Denn noch ist das Geld des Landes nicht auf dem Konto der Stadt. Im nächsten Jahr, so Jugendamtsleiter Volker Mittmann, werde es deshalb an die Umsetzung gehen. Die Planungen seien soweit abgeschlossen.

