Werbe hier
Veröffentlicht in

„L-l-lissi will d-d-dazugehören“

Haltern (om). „K-k-k-ka-ka-kann i-ich b-b-b-bi-bitte eine L–l-liomnade haben?“ Als Mona Jüntgen fünf Jahre als war, fing sie an zu stottern. „Fast 20 Jahre dauerte es, bis ich wieder flüssig sprechen konnte”, erklärt die heute 36-Jährige. Auch bei ihrem Sohn trat im Alter von vier Jahren diese Problematik auf. „Entscheidend für mich war, dass er nicht nur lernt, über seine Spechschwierigkeiten hinwegzukommen, sondern auch, dass er lernt, den Weg dorthin zu überbrücken und mit den Reaktionen seiner Umwelt auf das Stottern umgehen kann.“ Darum hat die zweifache Mutter ein Nuch geschrieben.

„Die Idee zu diesem Buch entstand aufgrund meiner eigenen Erfahrung“, berichtet die freie Autorin, die sonst Lyrik, Kurzprosa und Geschichten schreibt und in einer einer Einrichtung für erwachsene Menschen mit geistigen und/oder psychischen Erkrankungen arbeitet. „L-l-lissi will d-d-dazugehören“ wird am 6. Februar in der Halterner Stadtbücherei der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stottern besteht aus Unterbrechungen des Redeflusses: Wiederholungen von Wortteilen („Ha-ha-hast du…“, „K-k-kannst du…“), lang gezogenen Lauten („Hooolst du…“) oder Blockaden („I—-Ich möchte K—Kakao“), zunehmender Kraftaufwand beim Sprechen, auffällig unkontrollierte Atmung, Mitbewegungen, Augenblinzeln und mehr. Kinder reagieren auf das eigene Stottern mit Wut, Angst, Scham und dem Abbruch des Blickkontaktes, Vermeiden von Wörtern oder Sprechsituationen.

Aber zum Glück „sind die heutigen therapeutischen Möglichkeiten nicht mit denen vor 30 Jahren vergleichbar, der Zeit, in der ich zu stottern begann“, erinnert sich Mona Jüntgen. Inzwischen gibt es ein vielfältiges Angebot, das individuell für jeden Betroffenen nutzbar ist. „Ebenso sollten wir den respektvollen Umgang zwischen Menschen mit Sprechschwierigkeiten und solchen ohne fördern“, meint die Autorin aus der Seestadt.

Am Freitag, 6. Februar, um 20 Uhr findet in der Stadtbücherei, Lavesumer Straße 1g, die Kinderbuch-Lesung statt. Jüntgen stellt ihr neues Buch „L-l-lissi will d-d-dazugehören“ vor. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Hauptfigur in der Erzählung ist die kleine Lissi, und Lissi hat eine besondere Eigenschaft: Sie stottert. Das ist auch der Grund, warum sie keine Freunde hat und sich in der Schule nicht am Unterricht beteiligt wie alle anderen Kinder.

Doch das Gefühl, anders zu sein und nicht dazuzugehören, ändert sich, als Lissi Peter kennen lernt, denn dann nimmt auf einmal alles einen unerwarteten Lauf…

Die Veranstaltung findet durch eine Kooperation mit der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe (BVSS) statt. Die Bundesvereinigung ist nach eigenen Angaben die einzige Organisation in Deutschland, die unabhängig und umfassend rund um das Thema Stottern informiert und berät. Sie wird sich und ihre Hilfsangebote an dem Abend ebenfalls vorstellen. Die BVSS mit Sitz in Köln ist der Dachverband von rund 80 lokalen Selbsthilfegruppen und bemüht sich um die Belange 800.000 stotternder Menschen in der Gesellschaft.

Die Logopädin Ursula Berse, ebenfalls aus der Seestadt, wird zudem mit fachlichen Rat über Stottern sowie rund um das Thema Sprechschwierigkeiten nach der Lesung zur Verfügung stehen. Auch die Illustratorin des Buchs und die Stotterer Selbsthilfegruppe aus dem Vest werden an diesem Abend anwesend sein.

Infos: Mona Jüntgen: www.lebenslyrik.de

Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.: www.bvss.de

Werbe hier