Dorsten (eib). Die Beerdigungskosten drohen in Dorsten drastisch in die Höhe zu gehen: Die Verwaltung hat eine Gebührensatzung erarbeitet, bei der die Preise bis zum dreifachen angehoben werden. Die Politiker sind geschockt und haben das Thema auf die Nach-Weihnachtszeit verschoben.
Die Lösung wird nicht einfach, denn schon seit Jahren macht die Stadt ein Minus. Im vergangenen Jahr standen 570.000 Euro Einnahmen rund 810.000 Euro an Ausgaben gegenüber. Doch weil die Kosten auf die Nutzer komplett umgelegt werden müssen, sind jetzt drastische Gebühren-Anhebungen notwendig.
Schon wieder. Denn die letzte Gebührenfestsetzung stammt vom März dieses Jahres. Nach dem Vorschlag der Verwaltung soll der Preis für ein Reihengrab (Kind bis ein Jahr) von 300 auf 1022 Euro mehr als verdreifacht werden. Für ein Kind bis zehn Jahre verdoppelt sich der Preis von 550 auf 1147 Euro. Eine Urnenbeisetzung soll 1022 anstatt 429 Euro kosten, ein Reihengrab dann 1442 statt bisher 1214 Euro.
Die CDU hat sich schon darüber beklagt, zugleich aber Grenzen gezogen: „Es gibt klare ethische Grenzen“, die wolle man nicht überschreiten. Zum Beispiel einfaches Ausstreuen von Asche.
Es gibt noch viele Möglichkeiten, wie die Nachbarstadt Marl zeigt. Dort gibt es bereits seit acht Jahren eine Urnenwandkammer, inzwischen sind es drei. Erste Erfahrungen hat man auch schon mit Beton-Kammern gemacht, die nach unten offen sind und für eine schnellere Verwesung sorgen. Ziel sind Liegezeiten von 15 Jahren, und nicht mehr 30 Jahren.
Ein Kirchengebäude, das bei der Zusammenlegung von drei Kirchengemeinden in Marl „übrig“ war, wurde zu einem Kolumbarium gemacht und findet großes Interesse. Ebenso wie die (preiswerten) Beton-Reihenkammern, die ganz schnell belegt waren. Weshalb man ganz schnell neue Beton-Gräber baute. Sie sind „der Renner“, sagt die Marler Stadtverwaltung. Denn die Kosten liegen deutlich unter denen traditioneller Gräber.
„Die normale Erdbestattung darf nicht zum Luxus werden und muss weiterhin bezahlbar bleiben“, fordert die CDU. In Marl haben die neuen Bestattungsformen alle Kostenkalkulation über den Haufen geschmissen. Die neuen Lösungen sind gefragt. Bestattungen sind auch eine Frage des Geldes.
Die Politiker brauchen mehr Zeit, sie wollen spätestens im Februar über ein neues Kostengefüge beschließen.

