Recklinghausen (mc). Finanzkrise, Weltwirtschaftskrise, Rezession – für Jürgen Prautzsch und Stefan Schumacher sind diese Worte erst einmal vom Tisch. Die Geschäftsführer der ins Trudeln geratenen Ibing GmbH haben einen Investor gefunden, „mit dem wir offensiv in die Zukunft marschieren können.“ Dabei handelt es sich um die RWSG aus Mülheim. Hinter diesem Unternehmen steckt laut Schumacher ein Privatmann, der Beteiligungen an mehreren Unternehmen hält. „Das Positive ist, dass diese Unternehmen eigenständig weiterarbeiten können“, erläutert Schumacher hörbar erleichtert. Nicht nur der Betrieb wird weitestgehend in der aktuellen Form erhalten, auch der Standort wird nicht verändert.
Anfang des Jahres 2009 hoffen die Geschäftsführer den Vertrag unterzeichnen zu können. „Das hängt jetzt noch ab von Gewerkschaftsgesprächen, die müssen noch ihr Okay geben“, begründet Schumacher einen letzten kleinen Zweifel. „Wir sind aber zuversichtlich, dass auch diese Gespräche gut ausgehen werden.“
Denn ganz ohne Einschnitte geht es nicht. „Wir brauchen eine Anschubunterstützung. Da müssen wir über Arbeitszeiten reden“, erklärt Schumacher und weist darauf hin, dass bereits auf der Betriebsversammlung die Mitarbeiter über die Pläne, die Arbeitszeit von 36 Stunden auf 40 Stunden zu erhöhen, informiert wurden.
Die betroffenen 90 Mitarbeiter werden in der Mehrzahl im Betrieb gehalten. Banken und Insolvenzverwalter haben schon grünes Licht gegeben – jetzt liegt es an den Gewerkschaftsgesprächen, die Anfang nächster Woche geführt werden.
„Wenn das gut ausgeht, marschieren wir mit einem starken Partner offensiv nach vorne“, freut sich Stefan Schumacher.

