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Herzlia-Center: Glücksspiel ohne Segen des Gesetzes

Marl (eib). Jahrelang war es fast zu still gewesen um die kleine Ansammlung von Gewerbe und Handel, doch derzeit wird es hektisch um das Herzlia-Center: Die Spielhalle direkt auf der Ecke Bergstraße/Herzlia Allee soll raus, weil sie eigentlich gar nicht dorthin darf. Die Sache liegt schon vor Gericht und die Stadt muss handeln.

Eigentlich war die Spielhalle die letzte Lösung für den Eigentümer der Immobilie. Denn nach dem Wegzug von Aldi in den Rand des Einkaufszentrums „Stern“ zogen sich auch andere Mieter zurück und neue waren einfach nicht zu finden. Böse Zungen behaupteten gar, nur noch ein Totalabriss des Blocks könnte helfen. Auch Saturn hatte abgewunken.

Da fand sich doch noch mit der Spielhalle ein zahlungskräftiger Mieter. Der aber eigentlich gar nicht dorthin durfte, weil das ein Mischgebiet (MI) ist. Es habe Bedenken gegeben, so ein Insider der Stadtverwaltung, aber schließlich habe man dem Druck aus dem Wirtschaftsförderungsamt nachgegeben. Ein Fehler, wie man heute weiß.

Denn ein Wohnungseigentümer hat mittlerweile gegen die Ansiedlung geklagt und das Gericht soll schon signalisiert haben: Die Spielhalle muss raus, aber die Stadt muss die finanziellen Folgen tragen, von den Umgestaltungskosten bis hin zum entgangenen Gewinn. Es wird schon von siebenstelligen Beträgen spekuliert.

Aber es gibt noch eine andere Lösung: Die Stadt ändert nachträglich den Bebauungsplan und schließt das Herzlia-Center an den Stadtkern an, macht es zum Kerngebiet (MK). Das hat zwar einige Nebenwirkungen, aber das könnte man vielleicht eindämmen.

Vielleicht wird es aber auch heftig. Denn nach Informationen von Marl Aktuell ist Budniok (Honda-Autohändler und Eigentümer der Fläche, auf der die Tankstelle steht) daran interessiert, einen Discounter anzusiedeln. Würde der Stadtkern bis zum Herzlia-Center ausgeweitet, wäre er dabei.

Das aber liegt gar nicht im Interesse der städtischen Planer, die das Thema Einkaufen auf den Marler Stern konzentrieren wollen. Und nicht auf Randbereiche. Baudezernent Wolfgang Seckler wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Auch nicht zu der Frage, wie es denn in der Stadtverwaltung zu dieser verhängnisvollen Fehlentscheidung kommen konnte. Die Ansiedlungsgenehmigung wurde von der Bauverwaltung erteilt zu einer Zeit, als die Bürgermeisterin die zuständige Dezernentin war. Dass es eine Anweisung für diese Entscheidung gab, ist nach Marl-Aktuell-Informationen nicht zu erkennen.

Das Thema ist im Rathaus Chefsache. In dieser Woche wollen sich die Ämter zusammensetzen, um eine Lösung zu erarbeiten. Eine politische Bewertung wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.

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