Haltern/Marl (eib). Für Haltern am See ist es ein Riesenerfolg, für Marl könnte es sich als eine große Mogelpackung herausstellen: Beide Bahnhöfe sollen mit mehreren Millionen in Schuss gebracht werden, hat die Bahn angekündigt. Spitz gesagt: Haltern bekommt einen Tunnel (4,3 Millionen), Marl neue Informationsvitrinen (3,63 Millionen). Die beiden Städte sind die einzigen im Kreis, in denen die Bahn (zwischen 2009 und 2013) investiert.
Bereits im kommenden Jahr soll in Haltern mit dem Bau eines Tunnels zur Südseite sowie einer Park & Ride-Anlage für 300 Autos begonnen werden. Damit werden endlich lange Umwege (auch für Schüler) vermieden. Bereits seit 15 Jahren plant die Stadt die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, kam aber wegen der Finanzierung nicht weiter. Vor drei Jahren wurden schon mal 150.000 Euro für die Planungen bewilligt.
Für die Berufspendler wird im Bereich Zum Ikenkamp ein Parkplatz mit 300 Stellplätzen gebaut. Der Tunnel im Bahnhof wird nach Süden verlängert. Die Baumaßnahmen dienen auch dazu die Anwohner der Bahnhofstraße und Annabergstraße vom Verkehrslärm zu entlasten. Finanziert wird das ganze Projekt ausschließlich von der Bahn, die Stadt muss sich anschließend nur noch um die Pflege der Anlage kümmern. Die Stadtverwaltung ist höchst zufrieden.
Die Marler Stadtverwaltung ist bislang überhaupt noch nicht darüber informiert worden, was die Bahn mit den angekündigten 3,63 Millionen Euro am Haltepunkt Marl-Mitte machen will. Nach Recherche des Presseamtes sollen damit „die bereits begonnenen bzw. in die Wege geleiteten Erneuerungen fortgesetzt werden“. Das seien die Vervollständigung der Beleuchtung, die Errichtung eines neuen Wetterschutzes und die Aufstellung neuer Informationsvitrinen. Insofern sei ein Teil des veranschlagten Geldes bereits in der Vergangenheit ausgegeben worden.
Trotzdem könnte noch ein dringender Marler Wunsch erfüllt werden, nämlich ein behindertengerechter Zugang. Zurzeit prüfe die Bahn, so Stadt-Pressesprecher Rainer Kohl, ob ein ebenerdiger Zugang oder ein Aufzug errichtete werden soll.
Die 3,63 Millionen Euro, die die Bahn für Marl eingesetzt hat, soll eine Zahl aus früheren Überlegungen zur Umgestaltung sein.

