Haltern (om). Wie langsam die Mühlen der Verwaltung mahlen, stellt die SPD in einem offenen Brief an den Bürgermeister anlässlich der im Mai stattgefundenen Auftaktveranstaltung zur „Entwicklung eines sozialen Frühwarnsystems zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdungen in Haltern“ vor. Bereits am 30.11.2006 habe die Verwaltung im Ausschuss für Kinder, Jugendliche, Familien, Senioren und Soziales (AKJFS) im Zusammenhang mit dem Fall „Kevin“ erstmals über die derzeitigen Verfahrensschritte bei möglichen Kindeswohlgefährdungen berichtet.
Im Juli 2007 stellte die SPD-Fraktion dann den Antrag, ein flächendeckendes soziales Frühwarnsystem analog zum „Dormagener Modell“ auch in der Seestadt einzurichten. In der Sitzung des AKJFS im Oktober 2007 berichtete der 1. Beigeordnete, Hans-Josef Böing, dass die Verwaltung sich mit dem Antrag beschäftige und der Ausschuss voraussichtlich in einem halben Jahr über den gesamten Themenkomplex der „sozialen Frühwarnsysteme“ informiert werde – so Fraktionschef Heinrich Wiengarten und AKFJS-Fraktionssprecher Horst Nolting.
Im Januar dieses Jahres habe der Vorstand der Genossen auf die „schleppende Behandlung nicht nur dieses SPD-Antrages“ hingewiesen. Das habe Böing im März als „aus der Mottenkiste kommunalpolitischer Verbalscharmützel“ stammend bezeichnet und gleichzeitig für April eine Auftaktveranstaltung zur Entwicklung eines sozialen Frühwarnsystems angekündigt.
„Diese Veranstaltung hat in der letzten Woche stattgefunden. Das Ergebnis ist ein Arbeitskreis, der voraussichtlich im Juni erstmals tagen wird“, berichten die Sozialdemokraten. „Wir sind gespannt darauf, wann das dort offensichtlich erst noch zu erarbeitende Konzept im Fachausschuss und im Rat vorgestellt und beschlossen werden kann.“

