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Tod im See

FOTOS: Eiben

Dorsten (eib). Tote Fische, tote Enten, tote Tauben – was ist mit dem Barkenberger See los? Seit zwei Wochen gibt das künstliche Gewässer Rätsel auf, die Spekulationen sprießen wie das frische Grün unter der wärmenden Frühlingssonne.

Ursprünglich sollte es einmal Wulfens Badeanstalt werden, unmittelbar neben dem Hallenbad. Es kam anders: Keine 50.000 Einwohner – kein Freibad. So blieb der Kunst-See, gespeist vom nebenliegenden Midlicher Mühlenbach, ein Gewässer mit Untiefen und einem Badeverbot. Es wurde zur Heimat von Enten, einem resoluten Schwanen-Paar, Fischen – und Ratten.

Spaziergänger und Angler wurden Ende April aufgeschreckt von drei toten Enden, fünf toten Tauben, einem großen toten Karpfen, mehreren toten Aalen und vielen kleinen toten Fischen. Eine Erklärung gibt es bislang nicht. Nur viele Spekulationen, denen aber immer wieder Fachleute widersprechen.

Rattengift könnte von Enten gefressen oder ins Wasser gelangt sein: Die Stadt hat kein Gift ausgelegt (macht sie nur in geschlossenen Kanälen). Das Gift hätte sich im großen See schnell aufgelöst.

Gülle könnte über den Bach eingespült worden sein: Der Wasser-und Bodenverband und der landwirtschaftliche Ortsverband Lembeck widersprechen energisch, das sei absolut ausgeschlossen.

Der See ist umgekippt, weil das Wasser vermodert ist und Sauerstoff fehlt: Das ist keine Erklärung, warum nur einige Tiere verendet sind.

Der Tod hat unterschiedliche Ursachen, mal aus Altersschwäche, mal weil die frisch ausgesetzten Fische die Umstellung nicht überlebt haben. Da fehlt noch die Erklärung für die toten Enten und Tauben.

Vogelgrippe: Das hat ein Labor in Münster inzwischen definitiv ausgeschlossen.

Jetzt bleibt nur noch das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung, auf das der Kreis wartet. Vielleicht findet man ein Gift in den Tieren, das die Todesursache erklären kann. Von dem Ergebnis wird es abhängen, ob die Polizei Ermittlungen einleitet.

Inzwischen mahnt der Angelsportverein Petri-Heil davor, die Fische aus dem See zu essen oder einen Schluck See-Wasser zu nehmen. Das möge zwar nicht lebensgefährlich sein, aber gesundheitsgefährdend.

Auf die Idee können ohnehin nur Ortsfremde kommen. Wer einmal um den See gewandert ist, sieht die Ecken, in denen sich der Dreck auf dem See staut, und riecht das stinkende Wasser.

Eine Veranlassung, den See zu sperren, sieht die Stadt nicht. Es gibt sogar Fragen, ob hier ohnehin ein Drama passiert ist – oder der Vorfall nur zu einem Drama gemacht wurde. Waren die Fotos von den vielen toten Fischen echt? Warum konnten später keine Bestätigungen gefunden werden?

Dass der See einer gründlichen Reinigung bedarf, wird von niemandem bestritten. Die reichlich ins Wasser geworfenen Brotreste ernähren nicht nur die Massen an Enten, sondern auch die Massen an Ratten. Und was sonst noch in den See geworfen wird, sammelt sich im Laufe der Zeit in den bewegungsarmen Ecken an. Kein schöner Anblick für die Spaziergänger.

Der Anglerverein hat seine Hilfe bereits angeboten. Im Herbst, so die Stadt, wolle man ein Reinemachen organisieren.

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