
Dorsten (om) Bei der Regionalkonferenz der CDU Ruhr am Mittwoch in Recklinghausen gaben der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder, und der Bundesvorsitzende der Senioren-Union (SenU), Professor Otto Wulff, den Startschuss für den Arbeitskreis „Generationen“ der Kreis-CDU. Als Leiter schlug CDU-Kreisvorsitzender und Landratskandidat Josef Hovenjürgen den SenU-Kreisvorsitzenden Hubert Schepokat sowie den JU-Kreisvorsitzenden und Dorstener CDU-Chef Tobias Stockhoff vor.
Daneben werden auch die Dorstener Stadtverbandsvorsitzenden von Senioren Union Walter Kübber und Junger Union Christian Heddier den Arbeitskreis durch ihre Mitarbeit bereichern. „Ziel unseres Arbeitskreises ist die Ausarbeitung eines Generationenkonzeptes für das Programm der CDU zur Kreis-und Landratswahl 2009“, so Stockhoff.
Dabei sei laut Kübber eines klar: „Das ganze Heraufbeschwören von Generationenkonflikten ist der pure Unsinn. Bei uns in der Union gibt es ein gutes Zusammenwirken von Alt und Jung. Wir haben ein Ziel: Den Zusammenhalt der Generationen“.
In diesem Zusammenhang kritisierten sowohl die JU-als auch die SenU-Vertreter vereinzelte Stimmen, die nur Unfrieden zwischen die Generationen bringen wollten. „Wer meint, mit populistischen Aussagen das demographische Problem lösen zu können, der ist auf dem Holzweg. Das werden wir nur gemeinsam lösen können. Viele sprechen zwar inhaltlich berechtigte Probleme an, aber der Ton ist völlig inakzeptabel“, spielt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende auf die Debatte zur Rentenerhöhung an.
Auch in Dorsten soll bei der nächsten Sitzung des CDU-Stadtverbandsvorstandes eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich an die Ausarbeitung des Bereichs „Generationen“ des kommunalpolitischen Aktionsprogramms begeben soll. Kübber und Heddier sowie eine Vertreterin der Frauen Union (FU) sollen dabei die Leitung übernehmen. Abgedeckt werden sollen die Themen „Kinder, Jugend, Familie, Frauen und Senioren“.
„Wichtig dabei: Viele meinen, es ginge hier nur um das Thema »Rente«. Zusammenhalt der Generationen ist viel mehr. Es geht uns um die Entwicklung neuer Wohnformen. Die senioren-und familiengerechte Umgestaltung von Stadtteilen sowie die Anpassung von Infrastruktur“, erläutert Heddier nur einige Beispiele. Dabei läge den Christdemokraten kommunalpolitisch insbesondere die Thematik „Generationengerechtes Wohnen“ am Herzen.
„Wir werden uns weder moralisch noch finanziell leisten können, dass in 20 Jahren alle pflegebedürftigen Senioren in Heimen untergebracht sind, weil Kinder aus beruflichen Gründen nicht mehr in der gleichen Stadt wohnen wie ihre Eltern“, sagt Kübber. „Hier müssen wir neue Wohnformen finden, wo stärkere nachbarschaftliche Bindungen entstehen. Da passen dann Senioren zum Beispiel auf die Kinder des Nachbarn auf und umgekehrt nimmt die junge Mutter den Senior aus der Nachbarschaft mit in die Stadt zum Einkaufen. Das klingt wie Zukunftsmusik. In den skandinavischen Ländern gehört das heute schon zur Realität“, gibt Stockhoff einen langfristigen Ausblick.
Dabei sei für die CDU wichtig, dass der Staat keine Konzepte vorgäbe, sondern sich die Menschen selber Konzepte aussuchen würden.

