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Die Stars der Zukunft gaben sich ein Stelldichein

Marl (eib). Die Star-Dichte war wieder mal ganz gering, wie so oft in Marl. Bisweilen sind große, illustre Namen bei der Grimme-Preis-Verleihung dabei. Das ist aber eher die Ausnahme. Denn in Marl werden die neuen, die künftigen Stars ausgezeichnet und nicht die Alt-Stars hofiert. Dafür sind andere Veranstaltungen da.

Das Jahr 2008 war wieder einmal typisch: Eine Klassikerin des deutschen Film wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet: Iris Berben. Am Nachmittag noch war sie umringt von einem Pulk von Fotografen, am Abend wollte sie feiern, ohne dabei pausenlos von Kameras verfolgt zu werden. Das hieß: Der Inselsaal wurde von einem Sicherheitsdienst bewacht, mit Kamera war kein Reinkommen. Mit Handy schon, und so schossen die Amateure sich die Chipkarte voll mit den Fernsehstars der Zukunft. Sie standen in einer anderen Ecke, unter dem riesigen Plakat der diesjährigen Grimme-Preisverleihung.

Im übrigen musste das Haus nicht dekoriert werden. Es war vor einigen Jahren hervorragend restauriert worden und bildet eine ideale Kulisse für eine Preisfeier. Hier geht es nicht um das Bombastische, hier geht es um das Authentische.

Das heißt konkret: Der Innenhof wird mit einem Zeltdach versehen und ist die Zentrale des großen Buffets. Überall Stehtische für den schnellen Wechsel der Gesprächspartner. Musik zum Abtanzen gab es nur in der Jägermeister-Bar, dort floss das Getränk in verschiedenen Varianten, aber in Strömen.

Die Gäste boten die ganze Bandbreite des Geschmacks: Vom schwarzen trägerlosen Kleid bis zum Mini-Rucksack, von der Feiertags-Krawatte bis zum losen Umhängsel, das bereits Richtung Kniespitze zeigte. Viele rot-weiß-gestreiften Krawatten dazwischen – das war das Signet des Personals.

Für manchen Marler ist die Grimme-Party dar gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres. Besonders seit sichergestellt ist, dass man Eintrittskarten nicht weiterverschenken kann. So hatte man beim Smalltalk Gelegenheit, auch mal eine politische Frage anzuschneiden – was auch gerne angenommen wurde.

Nach Mitternacht, als es langsam etwas übersichtlicher wurde, kristallisierten sich die Gäste-Schwerpunkte heraus: Fernsehschaffende und Lokalpolitiker bildeten ihre Cliquen. Journalisten packten zusammen, sie hatten ihre Infos und Bilder.

Sorgen um den Heimweg brauchte sich keiner zu machen, der stand unter einem guten Stern: 30 Luxusautos samt Miet-Chauffeur brachten die Stars in die Hotels nach Marl, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Bochum und Essen. Aber auch die Marler Gäste stilvoll nach Hause. Draußen grüßte zum letzten Mal das überdimensionale Plakat dieses Jahres: Eine geheimnisvolle Frau, die mit einer schwebenden Geste einen Fernsehschirm berührt.

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