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Zechenturm nachts gefällt

FOTO: Bludau

Dorsten (om). Statt wie angekündigt den Dorstener Zechenturm der Schachtanlage Fürst Leopold am Samstagmorgen im angekündigtem Zeitrahmen zwischen 10 und 13 Uhr zu Fall zu bringen, wurde das Fördergerüst unter lautem Getöse schon am späten Freitagabend letzter Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit umgelegt. Besorgte Anwohner verständigten gegen 21.30 Uhr die Leitstelle der Feuerwehr über eine angebliche Explosion auf dem Zechengelände an der Halterner Straße. Noch nicht einmal die Behörden wussten Bescheid und entsandten Löschzug und Polizei. Ein erstaunter Pförtner der Ruhrkohle AG musste den Einsatzkräften dann aber erklären, dass nur das 500 Tonnen schwere Wahrzeichen von Hervest-Dorsten soeben zu Fall gebracht worden war. Nur langsam legte sich eine große Staubwolke wie ein Schleier über die nächtlichen Straßen. Am Samstagmorgen wurde deutlich, dass nur ein riesiger Haufen aus Schutt und Stahl vom über 65 Meter hohen Förderturm der Schachtanlage 1 übrig geblieben ist.

Bürger, die dem in den örtlichen Zeitungen angekündigtem Schauspiel am Samstagmorgen beiwohnen wollten, reagierten enttäuscht. Sie hatten sich extra Zeit genommen und waren teilweise auch von weit her angereist. Der Förderturm musste nach Angaben der DSK aus Sicherheitsgründen schon in der Nacht umgelegt werden, da er so weit durch Schneidbrenner geschwächt war, dass er bei starken Wind unkontrolliert gekippt wäre. So aber, konnten die Fachleute einer Abbruchfirma die Fallrichtung vorher bestimmen. Zwei kräftige Bagger zogen mit armdicken Stahlseilen (ehemalige Seile für Förderkörbe) die Stützen des Turms weg, so dass binnen weniger Sekunden alles vorbei war. In den nächsten drei Wochen sollen nun die Reste zerkleinert und abtransportiert werden.

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