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Es gibt noch keine Kraftwerks-Pläne

Marl/Haltern. Es gibt keinen Anlass, über das geplante Kraftwerk im Chemiepark zu diskutieren. Gleichwohl sprechen die SPD von Marl wie von Haltern „sich klar für den Chemiepark Marl als Industriestandort aus“. Natürlich mit „standorteigenen und unabhängigen Kraftwerken“.

Warum einige Politiker derzeit über das Kraftwerk reden, verwundert den Chemiepark ebenso wie die Marler Stadtverwaltung. Vor fast vier Jahren hatte der Rat die Aufstellung eines Bebauungsplanes (220) beschlossen. Er soll die Basis für ein neues Kraftwerk sein: Östlich des Ölder Weges, südlich der Lippe. Weitergekommen ist man noch nicht, es fehlen Angaben des Chemieparks über die Größe.

Ursprünglich war von 900 MW die Rede, doch seitdem die Steag aus dem Thema ausgestiegen ist, soll kein Strom mehr nach außerhalb verkauft werden. Im Herbst letzten Jahres sprach der Chemiepark von 600 MW – möglicherweise. Ob Kohle oder Gas, das würde noch erwogen. Und davon ist auch die Höhe der Gebäude und des Schornsteins abhängig. Danach erst könnte ein Gutachten die Auswirkungen auf das Wohngebiet Mersch (Haltern) ermitteln.

Nur der Standort ist sicher, er ist in den Entwicklungsplänen des Landes festgeschrieben. Nicht unmöglich, dass er gar nicht genutzt wird, heißt es nun. Man könne ja auch die vorhandenen Standorte überarbeiten. Die Prüfung ist aufwändig, man will langwierige juristische Prozesse vermeiden. Datteln ist eine Warnung. Deshalb liegen bislang keine Pläne vor, die man diskutieren kann, so Baudezernent Wolfgang Seckler.

Anders bei den angrenzenden Lippeauen, die in den nächsten Jahren für 100 Millionen Euro umgestaltet werden. Der Lippeverband hat seine Pläne in einigen Details verändert (flacherer Damm auf der Südseite zwischen Lippramsdorfer Straße und Pumpwerk Marl-Bonenkamp, neue Anfahrt für Material zum Dammbau). Die Bauzeit beträgt siebeneinhalb Jahre, demnächst gibt es einen neuen Anhörungstermin.

Was den Kraftwerksbau angeht, so kündigte die SPD an, sie werde „insbesondere darauf achten, dass die frühzeitige und umfassende Einbeziehung und Beteiligung der Bevölkerung sichergestellt wird“. Das wird aber noch dauern.

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