Dorsten. In diesem Monat fällt eine wichtige Vorentscheidung für die Zukunft der Stadt: Am 16. April wird der „Workshop Rekommunalisierung Stromnetze“ eine Empfehlung aussprechen, mit welchem Partner Dorsten ab 2014 eine Stromversorgung betreibt. Einen Monat später wird der Rat entscheiden.
Seit dreieinhalb Jahren läuft mittlerweile die organisierte Suche. Am 30. November 2013 endet der Stromvertrag mit der RWE (vormals VEW), aus dem die Stadt jährlich rund 2,7 Millionen Euro Konzessionsabgabe erhält.
Am lukrativen Strommarkt wollen mittlerweile alle Städte des Kreises teilhaben: Herten und Haltern haben eigene Stadtwerke gegründet, Recklinghausen und Dorsten stecken schon tief in den Planungen, Marl lässt sich offensichtlich noch Zeit.
In Dorsten ist mittlerweile die zweite Verhandlungsrunde vorüber, in denen die Verwaltung mit den fünf Unternehmen gesprochen hat, die (von ursprünglich neun) noch im Rennen sind. Begleitet von Ex-Kämmerer Wolfgang Quallo und dem Gutachter Dr. Mathias Koch (Rödl & Partner).
Für die Stadt ist es wichtig, dass die Risiken gering gehalten werden. Schließlich will man sich nicht durch die millionenteure Netzübernahme in Schwierigkeiten bringen. Das würde spätestens die Kommunalaufsicht unterbinden. Noch bevor die Politiker Mitte April die Pläne beraten, soll die Aufsicht ihre Zustimmung signalisieren.
Ohnehin ist das Verfahren strengen Regeln unterworfen. Die Namen der Bewerber dürfen nicht öffentlich werden. Dass einer von ihnen die RWE sind, ist allerdings kein Geheimnis. Und dass er einige Vorteile hat, lässt sich leicht denken.
So müsste mit den RWE nicht lange über den Wert des Dorstener Stromnetzes diskutiert werden. Auch über nötige künftige Investitionen weiß er wohl am besten Bescheid.

