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Autofahrer sauer über Parkabzocke am Bahnhof

Vest (hn). Carmela Quattroventi aus Herten ist stinksauer. Gerade wollte sie ihre Tochter am Recklinghäuser Hauptbahnhof abholen und parkte deswegen auf dem kleinen bahneigenen Platz neben den Gleisen. Bewirtschaftet wird der Parkplatz von einer Berliner Firma. Sie sei nur mal kurz in in einen Laden gegangen, um Geld für den Parkautomaten zu wechseln. Schon wenige Minuten später staunte Carmela Quattroventi nicht schlecht: Am Scheibenwischer hing ein „Knöllchen“ über 26,90 Euro. Zum Vergleich: Auf einer städtischen Parkfläche hätte das gerade mal fünf Euro gekostet.

Das, was sich ziemlich ungerecht liest, sei jedoch völlig rechtens verteidigt sich die bundesweit tätige Firma Contipark , die das Gelände von der Bahn gepachtet hat. Die klitzekleinen „Einstellbedingungen“ auf einem Schild können allerdings nur allzu leicht übersehen werden. Hält sich ein Kunde nicht an diese Bedingungen, wird zusätzlich zu einer Vertragsstrafe der dreifache Stundensatz für die in Anspruch genommene Leistung in Rechnung gestellt. Die Höhe der Vertragsstrafe, die aufgrund des „Vertragsbruchs“ erhoben wird, sei bundesweit einheitlich und betrage 23 Euro, so eine Unternehmenssprecherin.

Begründet wird dieser Betrag damit, dass die Bearbeitungskosten gedeckt werden müßten. Wie die Unternehmenssprecherin ausführt, sei es „Contipark nicht wie den örtlichen Ordnungsämtern möglich, den Aufwand über Steuergelder mitzufinanzieren.“

Überwacht wird der Parkplatz durch firmeneigenes Personal. Dieses soll sich regelrecht auf die Lauer nach Autofahrern legen, die den Platz ohne Lösen eines Tickets verlassen, wie in dem beschriebenen Fall. Andere Autofahrer, die ebenfalls zähneknirschend bezahlten, bestätigen diese Praxis.

Carmela Quattroventi wird den Platz in Zukunft nicht mehr ansteuern. „Da laufe ich liebe ein paar Meter zum Wall-Ring.“

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