Herten. Mit Unverständnis und Wut reagiert der Deutsche Gewerkschaftsbund auf die Ankündigung von Herta, die „Zerlegung“ zu schließen und dadurch 53 Arbeitsplätze abzubauen. „Jetzt stellt sich Herta an die Spitze der Ausbeuter in der Region“, erregt sich DGB-Vorsitzender Josef Hülsdünker. „Erst drücken die einen Standortsicherungstarifvertrag mit großen Einbußen für die Mitarbeiter durch, und dann sollen doch Betriebsteile geschlossen werden“.
Pikant sei, dass der Tarifvertrag offenbar bereits gebrochen werde. So sei vereinbart, dass alle Beschäftigten und auch die Geschäftsleitung auf die Hälfte des Weihnachtsgeldes verzichten müssen. Dennoch sei das Weihnachtsgeld laut Betriebsrat in voller Höhe an die Angestellten ausgezahlt worden. „Wenn ich das höre, kann ich auch der Ankündigung des Geschäftsführers Engelbert Adam, die vertraglich vereinbarten Arbeitsplatzgarantien einhalten zu wollen, keinen Glauben schenken.“
Erzürnt zeigt sich der DGB auch darüber, dass die Ankündigung ohne Vorwarnungen erfolgt sei. „Von einem Konzern wie Nestle, der von sich selbst behauptet, seine Unternehmenskultur sei »von Offenheit, gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägt«, hätten wir erwartet, gemeinsam mit dem Betriebsrat Lösungen für die betroffene Abteilung zu finden, statt sie kurzerhand zu schließen.“

