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Greenpeace gegen Kraftwerk

FOTO: Stachowske/Greenpeace

Marl (eib). Mit brennenden Buchstaben hat Greenpeace gegen den Bau eines neuen Kohlekraftwerkes im Chemiepark protestiert. Und damit Gegen-Protest ausgelöst: Evonik beklagt sich über die Berechnung der Emissionen, die CDU beschwert sich über „Effekthascherei“.

Drei Meter hoch, drei Meter breit – so brannte der „CO2“-Schriftzug. Daneben warnte auf gelbem Grund „Kohlkraft verheizt das Klima“. Greenpeace forderte den Baustopp für das Kraftwerk Marl, das mit einem geplanten Kohlendioxidausstoß von 4,6 Mio Tonnen pro Jahr Klimafolgekosten von 37,7 Milliarden Euro verursachen würde. Der Bau neuer Kohlekraftwerke sei mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung nicht vereinbar, so der Sprecher der Greenpeace-Gruppe Bonn, Claus Beuer.

„Sigmar Gabriel erzählt Märchen, wenn er behauptet, dass neue Kohlekraftwerke einen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Claus Breuer. Das sei aber in der Tat so, erklärt Dr. Wolfgang Konrad, Handlungsbevollmächtigter der Evnonik Steag GmbH, Marl Aktuell gegenüber. Jedes neue Kraftwerk habe eine höhere Effizienz als die bestehenden und bei gleichem Energiebedarf würden die neuen Kraftwerke die alten in der Praxis ersetzen.

Für Marl sei das auch so geplant. Die bestehenden Kraftwerke (Wirkungsgrad 38 Prozent) würden bestehen bleiben, dazu würde ein neues Kraftwerk (Wirkungsgrad 45 Prozent) gesetzt. Die alten Anlagen würden lediglich als Reservekraftwerke mitlaufen.

Aber man sei bei weitem noch nicht so weit. Derzeit gehe es erst um ein Bauleitplanverfahren. Noch habe man kein konkretes Konzept und noch keinen Investor. Klar sei aber, dass man nicht nur an die Versorgung des Chemieparks mit Strom und Wärme denke, sondern auch an eine Einspeisung in das allgemeine Energienetz.

Als „Klimahysterie“ sieht Dr. Ulrich Otto (CDU) den Greenpeace-Auftritt. Wie man vernünftige Umweltpolitik betreibe, das könne man im Bericht über die Verleihung der Ökoprofit-Urkunden im Kreis Recklinghausen lesen. Dort würden durch Einsparungen und Effizienzsteigerung tatsächlich Umweltziele konsequent verfolgt und erreicht.

Der von Greenpeace geforderte „Baustopp“ greift ohnehin weit in die Zukunft. Die Steag, auch hier als möglicher Erbauer im Gespräch, weiß, wie langwierig und teuer der Weg ist. Sie hatte Anfang der 70er Jahre bereits in Dorsten ein Kraftwerk geplant und Widersprüche von möglichen Betroffenen in Hervest-Dorsten mit viel Geld „aufgelöst“. Am Ende wurde das Kraftwerk doch nicht gebaut. Heute ist das Gelände ein Teil des Industrieparks Dorsten-Marl.

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