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Gratis-Bäume für die Haard

Vest (rs). Beim Regionalverband Ruhr (RVR) kam Freude auf, denn es passiert nicht alle Tage, dass ein gut betuchter Spender dem Verband bei der Wiederaufforstung der sturmgeschädigten Wälder unter die Arme greift.

Gleich 36.000 Eichen darf der RVR auf fremde Rechnung in der Üfter Mark bei Schermbeck pflanzen, 30.000 Buchen in der Haard. Insgesamt 20 Hektar (200.000 qm) Wald, auf denen der Sturm Kyrill hauptsächlich Kiefern niedergeworfen hatte, bekommen damit ein neues Dach aus grünem Laub.

Bei dem großzügigen Sponsor handelt es sich um die Bionade GmbH, ein in der Rhön beheimatetes Familienunternehmen. Ausgedacht hat sich die originelle Kampagne, die schon seit längerem bundesweit läuft, der eingetragene Verein Trinkwasserwald. Er offeriert Unternehmen die Möglichkeit, das von den Medien stark beachtete Thema Trinkwasser für ihre Reklame zu nutzen.

Tatsache ist, dass jeder Wald eine unversiegelte Fläche ist, wo Niederschläge versickern und so das Grundwasser anreichern können. Ein kleinerer Teil wird von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen und über das Blattwerk wieder ausgedünstet. In einem Laubwald ist der Anteil des Wassers, der bis zum Grundwasserspiegel gelangt, höher als bei Kiefernwald. Der Umbau von Nadelwald in Mischwald bringe pro Hektar und Jahr 800.000 Liter zusätzliches Grundwasser – so der Verein Trinkwasserwald. Das vermehrte Grundwasser steht dann – zumindest theoretisch – für die Trinkwassergewinnung zur Verfügung.

Allerdings: Es gibt in unseren Gefilden keinen Mangel an Trinkwasser, im Gegenteil. Mancher Trinkwasserlieferant sieht gar mit Sorge, dass die Kunden auch am Nass kräftig sparen, womit sich der Wasserdurchfluss in den Leitungen verlangsamt. Was jedoch nicht dagegen spricht, fleißig Bäume zu spenden.

Zum Auftakt der Pflanzaktion hatten sich mehrere Schulklassen aus Oer-Erkenschwick mit ihren Lehrkräften in die Haard aufgemacht. Die Kleinen waren beim Bäumchenpflanzen mit großem Eifer bei der Sache, zwischendurch gestärkt durch Bio-Bratwürste und Bionade. Manch einer wird nicht verstanden haben, worin sich denn nun ein gewöhnlicher Wald von einem „Trinkwasserwald“ unterscheidet – Kinder verstehen halt nichts von Marketing. Doch sie hatten einen abwechslungsvollen Tag und haben erlebt, wie schön es in der Haard ist. Alle dürfen zufrieden sein – die Kinder, Bionade, der eingetragene Verein und die Haard.

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