
Vest. Die „Linken“ im Kreis: Eine ernsthafte Gefahr für die örtliche SPD oder eher eine Schmunzel-Nummer politischer Unbeholfenheit? In Marl überrascht die Partei mit Sprachlosigkeit und „ihr“ Ratsmitglied Klara Heim steht dem in nichts nach.
Es ist ein hartes Stück Arbeit, das die Linken sich aufgebürdet haben: Ein Programm muss aufgestellt werden, Kandidaten für alle zehn Kreisstädte werden gebraucht, Bürgermeisterkandidaten gewählt. In Waltrop, Gladbeck und Oer-Erkenschwick sitzen schon „Linke“ im Stadtrat. In Marl auch, jedenfalls bis zur letzten Ratssitzung. Da stand plötzlich ein Schild „Unabhängige“ vor Klara Heim. Das hat die Politikerin selber entschieden, ohne die Linken.
Denn die Linken haben auch entschieden, ohne mit ihr zu sprechen. Denn Klara Heim ist von der PDS 2004 für den Rat aufgestellt worden. Damals war sie DKP-Mitglied und das ist sie heute auch noch. Aber inzwischen ist die PDS in den „Linken“ aufgegangen und die wollen keinen Kandidaten, der in einer fremden Partei ist. Knallhart. Darüber können beide Seiten nicht einmal reden, um Klarheit zu schaffen.
Deshalb gibt es schon seit einiger Zeit Informationen der Linken für die Öffentlichkeit, nicht aber für Klara Heim. Die kommt auch mit keinem Wort in den Texten der Linken vor.
Dass sie der Partei „Schande“ machen könnte, das kann man wahrlich nicht sagen. Zu Anfang wurde sie kurz angefeindet, seither aber ist sie akzeptiert. Nur ihre Anträge haben kaum einmal Chance auf eine Ratsmehrheit: Weihnachtsgeld für Sozialhilfeempfänger zum Beispiel kann sich die Stadt überhaupt nicht leisten.
Als Kandidatin für die nächste Ratsperiode würde sie keine schlechte Figur machen. Doch sie will nicht aus der DKP austreten. Jetzt will sie als Unabhängige weitermachen.
Im Marler Ratssaal, ihrer „Arbeitsstätte“, kommen die Kreis-Linken am 2. November wieder zusammen, zum nächsten Parteitag.

