Bild: Initiator Detlef Ziegert (70) zieht sich zurück.
Marl. Er musste stets um einen städtischen Zuschuss kämpfen, um das Internationale Kinder- und Jugendfilmfestival in Marl durchführen zu können. Jetzt, mit dem 18. Jahr, ist wohl Schluss: Die Stadt gibt kein Geld und der Initiator Detlef Ziegert zieht sich zurück.
1995 ging es mit dem Kinderfilmfest los, dann wurde die Veranstaltung zu einem Vermittler von Medienkompetenz. Es band Schulen ein, verlieh Sonderpreise und entwickelte eine enge Zusammenarbeit mit dem Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium.
Zunächst gab es das Film-Festival sogar in einem richtigen Marler Kino, später fand es im Insel-Saal statt. „Den Traum von einem Kino in Marl habe ich aufgegeben, bevor er zu einem Alptraum wird“, bedauerte Ziegert letztes Jahr noch, als er wieder um Zuschüsse für das Festival warb. „Ein Festival ohne Kino erfordert Kompromissbereitschaft.“
Schwerpunkt des Filmfestivals war die Vermittlung von Medienkompetenz und die Kooperation mit Profis. Aufgaben, die ohne Geld nicht zu bewältigen sind. Da mache sich bemerkbar, dass sich das Festival von kommerziellen Anbietern (Super RTL, Kika) getrennt hatte.
Mit seiner Bitte um weitere finanzielle Unterstützung stieß Detlef Ziegert stets auf viel Verständnis. Mehr als die unverbindliche Zusage, das Festival zu unterstützen, gab es zuletzt aber nicht.
Ulrich Schulte-Ebbert, stellvertretender Schulleiter des ASGSG und Mitorganisator des Schülerfilmfestivals, befürchtet, dass jetzt das Ende der Reihe gekommen ist.
Denn Detlef Ziegert hat mitgeteilt, dass er kurz vor seinem 70. Geburtstag die Verantwortung für die Koordination des Festivals abgibt. Einen potenziellen Nachfolger gibt es nicht.
Auch Schulte-Ebbert (63) sieht die Zukunft schwierig: Medienkompetenz stehe nicht auf dem Lehrplan und es gebe immer weniger Spielräume, solche Projekte zu realisieren. Das spiegelt sich auch an den sinkenden Einsendungen zum Wettbewerb wieder.
Eigentlich müsste die Verantwortung auf jüngere Schulten übertragen werden – doch Nachfolger sind nicht in Sicht. Auch von der Stadt gibt es keine Initiative, wie es mit der Einrichtung weitergehen könnte. Für eine finanzielle Unterstützung sei kein Geld da, bedauerten bereits die Politiker.
Es geht auch anders: In Hamburg können Schüler Filme als Abiturarbeit abgeben.

