Marl. Vor sieben Monaten wurden die derzeitigen Räumlichkeiten von Pro Familia in Marl gekündigt, noch immer ist nicht klar, wo und wie es in Marl weitergehen wird, beklagt sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Wenzel in einem offenen Brief an den NRW-Landesverband von Pro Familia. Waren die Aussagen im Januar nur als „politische Beruhigungspille“ zu verstehen?
Dass die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung nicht im Lichte der Öffentlichkeit tätig ist, liegt in der Natur ihrer Aufgabe. Doch dass Mitarbeiter irritiert und die Öffentlichkeit über die Zukunft der Institution Marl im Unklaren blieben, das verwunderte zu Jahresbeginn bereits die SPD. Alles sei vorsichtshalber so gemacht worden, die Räume habe man wegen der langen Kündigungsfristen frühzeitig aufgegeben, erklärte vor vier Monaten Pro Familia.
Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten sei schwierig gewesen, schreibt die Geschäftsführerin des Pro-Familia-Landesverbandes, Rita Kühn, an Peter Wenzel. Mögliche Standorte habe man aus unterschiedlichen Gründen wieder verworfen, doch nun werde es „kurzfristig zu einem Vertragsabschluss kommen“.
Die Beratungsstelle in Marl werde als Außen- oder Nebenstelle der Pro Familia Beratungsstelle in Recklinghausen weitergeführt. Vorteil sei die bessere Erreichbarkeit über das Sekretariat in Recklinghausen, die unkomplizierte Einbeziehung anderer Fachkolleginnen in Beratungsprozesse sowie eine Verbesserung bei der Vertretung des Fachpersonals im Bedarfsfalle. Die Rufnummer der Beratungsstelle in Marl werde nach Recklinghausen weitergeleitet.
„Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten ein bis zwei Monaten einen neuen Standort eröffnen können“, so Rita Kühn.

